Krieg der Gefallenen, Teil 2

5. Arodus, 4675 AK

Die weißen Steine von Finismur waren einst zu den beeindruckenden Festungsanlagen gefügt worden um das Böse fern zu halten. So hatten sich dort auch an diesem Tag wieder die Streiter des Guten eingefunden um der Göttin Iomedae zu huldigen, bevor sie gemeinsam in die Schlacht zogen.

Im Westen waren die Orks von Belkzens Boden in die Länder der Zwerge Varisias eingefallen. Sie raubten und plünderten, zerstörten und mordeten, mit Feuer und Axt. Die Ritter Ozems waren seit jeher eng mit dem Volk der Zwerge verbündet und die Orkhorden standen bereits vor den Toren Janderhoffs.

Der Ruf zu den Waffen erklang im Namen der Erbin, ihre Anhängerschaft antwortete mit Stolz und Tatendrang. Wie ihre glorreichen Ahnen auf dem Kreuzzug des Lichts, erreichten die Truppen aus aller Herren Länder das nebelverhangene Nordufer des mächtigen Encarthansees im Hafen von Vellumis. Zu Fuß oder auf gepanzerten Streitrössern zogen sie dann weiter über Land nach Vigil. Hier versammelten sich die Kreuzfahrer zum Gottesdienst in der großen Kathedrale der Hauptstadt.

Der Glaube an Ehre und Iomedae einte die heiligen Krieger. Angeführt wurden sie dabei von den Rittern Ozems die sie zusammengerufen hatten. Hunderte formierten sich auf den staubigen Feldern vor den Stadttoren. Weiße Banner wehten über den goldenen Helmen der Kreuzfahrer im Wind und die Bewohner von Vigil konnten erahnen wie die Zeit des Kreuzzugs, des Kampfes mit den untoten Schrecken des Wispernden Tyrannen, ausgesehen haben mochte. Die Zeit in der das Grenzreich gegründet worden war. Iomedae selbst führte die Ritter von Ozem damals noch als Sterbliche in den Krieg mit den Heerscharen des Leichnam-Königs. Nahezu ein ganzes Jahrhundert hatten die grässlichen Kämpfe mit den unheiligen Geschöpfen angedauert und dennoch gelang es den Kreuzfahrern nicht den Wispernden Tyrannen zu erschlagen, trotz der Hilfe von Arodens Heroldin. Der Letzte Azlanti persönlich hatte einst den mächtigen Nekromanten auf der Insel des Schreckens getötet. Doch Tar-Baphon war Jahre danach als untoter Leichnam zurückgekehrt und hatte ganz Ustalav unterworfen. Noch während der Leichnam Araznis in der Festung die später zu Vigil wachsen sollte aufgebahrt wurde, konnte General Arnisant Tar-Baphon mit Hilfe Arodens Schild in seinem heutigen Gefängnis Galgenkopf einkerkern.

Heute war unter den Rittern Ozems eine junge Frau namens Mirella Teufelsbann. Die glühende Verehrerin Iomedaes hatte ihr gesamtes Leben in den Dienst der Göttin gestellt. Sie war eine Paladin. Gerüstet mit unendlichem Glauben an das Gute ihrer Sache, Schwert und Schild, spürte sie dennoch Zweifel an der Richtigkeit dieses Vorhabens. Die Zwerge von Janderhoff hatten die Hilfe des Ordens nicht erbeten und Finismur hatte geschworen die Wacht über den Kerker Tar-Baphons für alle Zeit aufrechtzuerhalten. Nun gegen die Orks zu Felde zu ziehen war vielleicht für die Jünger des Wispernden Tyrannen die lang erwartete Gelegenheit ihren Herren und Meister zu befreien. Doch selbstverständlich war Finismur ebenso an das Versprechen gebunden über die Grenzen von Belkzens Boden zu wachen, denn die Orkhorden waren schon damals zu einer vernichtenden Waffe in den Klauen des Leichnam-Königs geworden.

Ein letztes Mal fiel die Paladin mit ihren Waffengefährten auf die Knie und vertiefte sich an ihrem Schwert ins Gebet, dann preschte sie an der Seite der anderen tapferen Männer und Frauen mit einem Schlachtgesang auf den Lippen und erhobener Klinge nach Westen.


Die Reihe begann mit Teil 1 und wird mit Teil 3 fortgesetzt.

Bildnachweis: http://paizo.com/paizo/blog
Illustrator: Craig J. Spearin

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Krieg der Gefallenen, Teil 2

2 Gedanken zu “Krieg der Gefallenen, Teil 2

  1. […] “4675 entsandte der Wächterfürst die erste Verstärkung nach Westen. Paladin Mirella Teufelsbann, die ihr alle kennt und verehrt, war unter den Kreuzrittern und sollte als gefeierte Kriegsheldin zurückkehren. Es folgten Jahre des Chaos, des Unfriedens und der Zerstörung.” […]

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