3. Lamashan, 4711 AK

Lepidstadt, Pfalzgrafschaft Vieland

Nachdem Bestimotor von Simmelwitz und Runa Corvijn am Vortag beim Mittagessen in der Herberge Zum Leeren Katapult in blinde Fresswut verfallen sind, haben sie die anderen Raben in die Kathedrale gebracht. Wieder war es die Priesterschaft Pharasmas die mich daran hinderte den Abenteurern zu folgen. Ihre Magie durchdrang das Gebäude und schützte es vor uns Untoten. Kam ich Grabfülle zu nah, vernahm ich die Schlachtgesänge der Totenarmee, deren skelettierte Streitrösser über die Fassade hinauf in die ätherische Domäne der Göttin preschten. Die Positive Energie zerrte an mir und drohte mich zu verschlingen.

Es waren drei der schwarz gerobten Akolythen die mir unwissentlich den schrecklichen Befund verrieten: Ghulfieber. Der Gnom vertraute offensichtlich auf die weltliche Heilung, während Runa die Macht Pharasmas empfangen hatte. Die drei waren sich sicher, dass nur göttliche Magie diese Krankheit heilen und Linderung verschaffen konnte.

Wenig später schwebte Runa förmlich die ausgetretenen Stufen zum Hauptportal der Kathedrale herab. Ihr schneeweißes Haar strahlte im Licht der Sonne und ihr Gesicht hatte seine gesunde Farbe wieder. Sie glich einem Engel. Die Akolythen blickten völlig bezaubert zu der Abenteurerin auf und teilten ihre Bedenken mit der Mystikerin. Sie beschwichtigte die drei mit einem verschwörerischen Lächeln auf den Lippen und machte sich auf den Rückweg zur Herberge.

Ich konnte mir keinen Reim darauf machen und folgte ihr.

*     *     *     *     *

Die Raben hatten mir eine Lehre erteilt, also entschloss ich mich dazu ihrem Gespür zu vertrauen. Ich begleitete die Abenteurer zum Fluss, um von ihren Taten berichten zu können. Sie hatten sich scheinbar vorgenommen den Kleinen Moutray für Lepidstadt und seine Alchemistengilde von den Schlicken zu befreien, die sich aus den Überresten von Experimenten über die Jahre hinweg gebildet hatten.

Nach Stunden des Wartens und der Spurensuche in engen verdreckten Gassen, auf morschen Stegen und zwischen stickenden Fischabfällen, hatten die Abenteurer Aale und Ratten bekämpft. Die „schleimigen Schrecken“ waren wohl doch nicht so schrecklich gefährlich und allgegenwärtig wie die Stadtväter befürchteten.

Dann entdeckten die Raben doch noch die klebrigen Überreste von Schlicken. Sie trieben die widerlichen Dinger in einem Fass mit Fischinnereien auf und machten mit Magie und Waffengewalt kurzen Prozess. Diese unappetitliche Jagd dauerte noch den gesamten Nachmittag an. Bei Sonnenuntergang hatten sie dann endlich genug Schleim abgefüllt um die Bürger von Lepidstadt zu beruhigen und der Alchemistengilde die Belohnung zu entlocken.

Und da waren sie wieder: diese verdammten Zweifel. Würde ich je Erlösung finden? Durch die Niederschrift solcher „Heldentaten“?

Advertisements
3. Lamashan, 4711 AK

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s