Krieg der Gefallenen, Teil 7

30. Rova, 4682 AK

Grauer Nebel hing in den Tälern der Irrsinnsberge, als die Hauptstreitmacht der Zwerge und Menschen ausgelassen den letzten Sieg vor der entscheidenden Schlacht mit der einzig verbliebenen Armee der Orks feierte. Die Soldaten hatten die grünhäutigen Unholde und ihre Verbündeten weit entfernt von den Zitadellen ihrer Vorväter in einen Talkessel getrieben, doch die knisternden Lagerfeuer und die schäumenden Krüge in ihren Händen spendeten ihnen Trost und Zuversicht. Sie erinnerten die bärtigen Krieger an ihre Heimat; den Grund für diesen Feldzug.

Ihre Lieder hallten noch bis tief in die Nacht hinein durch die Berge. Gelächter, Bier und die Kälte hatten ihre Wangen rotgefärbt, während ihre tränenden Augen auf die Schlachtfelder vergangener Tage hinabblickten. Im fahlen Licht des Herbstmondes erkannten sie die dampfenden Hochmoore und Bergheiden auf denen sie gekämpft hatten und die Trutzburgen und Außenposten in denen sie Schutz vor den grausamen Angreifern gefunden hatten. Sie erahnten dort unten aber auch die Grabstätten ihrer gefallenen Kameraden.

Die freudige Erinnerung an ihre Heimat wich der Trauer und dem Gedenken an all die Toten, die ihr Leben im Kampf mit den Orks gegeben oder verloren hatten. Sie stimmten ein zwergisches Trauerlied an, das noch aus der Zeit vor der Himmelsqueste stammte. Gespenstisch hallten seine uralten Klänge durch die Täler. Ein grauenvolles Wehklagen erhob sich aus der Dunkelheit über die Stimmen der Zwerge.
Dann mischten sich zornige Schreie, verzweifeltes Kreischen und erbärmliches Geheul aus weiteren geisterhaften Kehlen dazu und steigerten sich zu einer alptraumhaften, Mark und Bein erschütternden Kakophonie.

Mit einem einzigen Trommelschlag kehrte die Stille der Nacht zurück.
Fackeln wurden im Talkessel der feindlichen Streitmacht entzündet und enthüllten hunderte von gepanzerten Kriegern. Zwischen ihren ungeordneten Reihen sprangen maskierte Hexendoktoren herum, deren wahnsinniges Gelächter bis an die Lagerfeuer der Zwerge und Menschen zu vernehmen war. Entschlossen rüsteten sich die Soldaten zum Kampf, da stiegen bereits die ruhelosen Geister der Toten aus den Tälern empor. Ihre unheimlichen Schemen leuchteten blaugrün und ihre Augen brannten vor Zorn auf die ehemaligen Feinde oder Kameraden brannten. Hinter diesen körperlosen Untoten kletterten behände Skelettkrieger und Gruftschrecken, Ghule sowie ungelenke Zombies aus den Schluchten herauf.

Die Soldaten aus Janderhoff fanden sich zwischen einer Armee der Toten und einer unterschätzten Streitmacht aus rachsüchtigen Orks wieder. Mit großer Mühe gelang es den Kriegspriestern unter Ovur Goldhammers Befehl für Ordnung in den eigenen Reihen zu sorgen. Gemeinsam mit den gläubigen Rittern von Ozem vernichteten die Gebete zu Torag dem Seelenschmied dann die Untoten an der einen Front, während die Zwerge einen undurchdringlichen Schildwall entlang der anderen Front bildeten.

Jede Angriffswelle ließ die Hoffnung Verteidiger schwinden, so zogen sie sich Stück für Stück in ein kleines Tal zurück. Armbrustschützen und Hammerwerfer bezogen Stellung auf den Steilhängen seines Zugangs. Selbst in der nächtlichen Dunkelheit sicherte ihre Zielsicherheit den Rückzug.
Göttliche Magie bannte das Tal vor den Untoten, doch die Zwerge und Menschen schienen gefangen; zudem mussten sie entsetzliche Verluste beklagen.

Erst am darauffolgenden Morgen sollten sie ein verlassenes Höhlensystem entdecken. Die meisten entkamen durch die finsteren Tunnel, aber nicht alle. Sie kehrten in ihre Bergfestungen zurück und nahmen wieder die Rolle der Verteidiger ein. Es sollte eine Zeit ungeahnter Schrecken folgen. Die Toten der Irrsinnsberge hatten sich aus ihren Gräbern erhoben und machten nun Jagd auf die Lebenden.


Die Reihe begann mit Teil 1 und wird mit Teil 8 fortgesetzt.

Happy Halloween!

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2 Gedanken zu “Krieg der Gefallenen, Teil 7

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