Tod und Teufel

Donner rollte über den Arkadischen Ozean auf Corentyn zu. Admiral Druvalia Thrune wendete den Blick von der chelischen Hafenstadt im Süden ab und trat von den dunklen, verwitterten Zinnen der Zitadelle Gheradesca zurück in den windgeschützten Verhörraum.

„Tod und Teufel!“, spuckte der bärtige, in Ketten gelegte Seeräuber der Aristokratin entgegen. „Ich weiss nichts von Harrigan! Die gute, alte Bes vielleicht. Ich doch aber nicht! Ihr habt mich bereits vor Wochen in dieses Rattenloch von Verlies werfen lassen. Was soll ich da noch wissen?“ Einer der zwei schwarz gepanzerten Höllenritter neben dem Mann stieß ihm den Schaft seiner Peitsche in die Flanke. Stöhnend und geräuschvoll rasselnd sackte der Ulfen in die Knie. Angsterfüllt riss er die gefesselten Hände dabei schützend über den Kopf. Das blutverklebte Haar und die zerrissenen Kleider an seinem geschundenen Leib verrieten die unmenschliche Grausamkeit seiner Gefängniswärter, die er offenbar erneut fürchtete.

Druvalia Thrune würdigte den Piraten zu ihren Füßen keines Blickes. Sie starrte zwischen den Höllenrittern in die Finsternis der Zitadelle. Genauso wenig achtete sie auf den Halbling an ihrer Seite. Die Chelaxianerin streckte lediglich eine blasse Hand aus und der Kristallkelch auf dem silbernen Tablett, das der kleine Mann trug, schwebte förmlich in ihren Griff. Ihr Diener blieb unterdessen so lautlos und unscheinbar wie zuvor. Sie kostete den blutroten Inhalt des zierlichen Trinkbechers.

„Ihr werdet es nicht wissen. Als Aroden fiel, so fiel auch Cheliax. Es war Haus Thrune, meine Vorfahren, die das Reich auffingen. Wir waren es die Recht und Ordnung wieder hergestellt hatten. Wir waren es die der gesamten Menschheit in jenem Chaos wieder Halt und Hoffnung gaben. Errungenschaften die Euresgleichen noch heute bedrohen. Doch genau das werden wir wieder tun, zu Land und zu Wasser, oh mein Fürst der Finsternis, das werden wir.“

Druvalia Thrune wandte sich plötzlich einer gerobten Gestalt zu die, in den Schatten verborgen, noch nicht in Erscheinung getreten war. „Signifer, übergebt diesen unnützen Gefangenen den Flammen, beschwört den Imp und dann findet diesen verfluchten Freien Kapitän!“, befahl die Aristokratin unmissverständlich.

Mercutio Dragonetti trat aus den Schatten hervor und hob die Hände zu einer weiteren Beschwörungsformel in den Diensten des teuflischen Imperiums von Cheliax.

Bildnachweis: http://paizo.com/paizo/blog
Illustrator: Kevin Yan

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Ein Gedanke zu “Tod und Teufel

  1. Mhyr schreibt:

    Da die Zeit mal wieder knapp war, fiel diese „Cutscene“ kürzer aus als geplant. Ich hoffe bei Zeiten noch etwas ausführlicher werden zu können. So würde sich vielleicht auch erklären, warum Höllenritter vom Orden der Geißel den Gefangenen bearbeiten und nicht solche vom Orden der Kette, wie man sie in der Zitadelle Gheradesca eigentlich erwarten würde…

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