Spielbericht: Die verlorene Mine #1

Goblinpfeile

Das Jahr der Kriegerprinzessin
30. Eleasias, 1489 TZ
Phandalin

Heil Fürst Filmarya,

vor keinem Zehntag traf ich meine fünf Retter, von denen ich Euch in den folgenden Zeilen berichten will, zum ersten Mal in einer Taverne in Niewinter. Drei Elfen, ein Zwerg und ein Mensch waren es. Ein gewisser Gundren Steinsucher heuerte sie als Begleitschutz für das vielversprechende Vorhaben der Gebrüder Steinsucher an. Die drei Zwergenbrüder, Gundren, Tharden und Nundro, haben den verschollenen Zugang zu der wundersamen Wellenhallhöhle entdeckt.

Wie Ihr vermutlich wisst handelt es sich dabei um den Sitz der sagenumwobenen Zauberschmiede des Pakts der Phandeltiefen. Der Pakt wurde vor über fünfhundert Jahren zwischen den Gnomen und Zwergen der Phandeltiefen geschlossen, doch die ganze Umgebung zog ungemeinen Nutzen aus der Mine, nicht zuletzt die Menschen des nahe gelegenen Phandalin. Denn die Phandeltiefen waren nicht nur reich an Bodenschätzen, sondern wurden auch von kraftvollen Magieströmen durchzogen. Menschliche Zauberwirker verbündeten sich also mit den Gnomen und Zwergen, um diese Ströme zu binden und schufen die Zauberschmiede. An jenem Ort konnten schließlich mächtige Artefakte und magische Gegenstände geschaffen werden. Und nun trachten die Gebrüder Steinsucher danach diese Mine wieder in Betrieb zu nehmen. Ich wage es nicht auch nur Vermutungen zu äußern, welchen Reichtum das für die Siedlungen der nördlichen Schwertküste, für Leilon und das Bündnis bedeuten könnte.

Das heutige Phandalin ist nur mehr ein Schatten jener Vergangenheit, brachten die Orks von Uruth Urkrypt vor Jahrhunderten Unheil und Verderben über das wohlhabende Städtchen. Siedler und Bergleute nisten in den verwitterten Ruinen und haben sich grobschlächtige Holzhütten darin oder daneben errichtet, zwischen denen der staubige Wind aus dem Hügelland nördlich der Schwertberge pfeift. In der Nacht, da ich diese Zeilen schreibe, bin ich jedoch mehr als dankbar für diesen Hauch von Zivilisation.
Die Orks verwüsteten nicht nur Phandalin, mit der Hilfe von bezahlten Schwarzmagiern fielen sie auch in die Phandeltiefen und die Wellenhallhöhle ein, um die Zauberschmiede und die magischen Schätze darin zu erobern. Menschliche Magier verteidigten an der Seite der Gnome und Zwerge die Zauberschmiede, doch die arkane Schlacht brachte große Teile der Höhle zum Einsturz. Nur wenige überlebten und so geriet das Wissen um die Wellenhallhöhle in Vergessenheit.

Gundren Steinsucher und ich waren den anderen von Niewinter zu Pferde vorausgeeilt, nur um von einem Haufen Goblins in einen Hinterhalt gelockt zu werden. Die Gelbhäute vom Stamm der Bruchzahngoblins verschleppten uns in ihr Versteck nördlich des Dreieberpfads. Ich kann nicht mehr mit Gewissheit sagen wie viel Zeit ich in jener finsteren Höhle verbracht habe, doch der Zwerg wurde kurz nach unserer Ankunft von den Wegelagerern zu ihrem König auf Burg Bruchzahn gebracht. Erst später habe ich erfahren, daß die “Schwarze Spinne” dem Goblinkönig Grol befohlen hatte Gundren zu entführen. Ich habe keine Ahnung wer oder was das ist, vermute jedoch, daß die Schwarze Spinne am Wissen des Zwergs und seiner Karte mit dem Zugang zur Wellenhallhöhle interessiert war. So musste ich in der klammen Dunkelheit nur mehr fürchten als Bruchzahnfraß über dem Feuer zu enden.

Ich dankte den Göttern als ich plötzlich Kampfeslärm aus den angrenzenden Höhlen vernahm und wenig später Fackelschein zu erkennen war. Die Frauen und Männer aus Niewinter waren gekommen! Sie entledigten sich gekonnt der Goblins, die unter meinem Gefängnis auf schmutzigen Fellen an einer schwelenden Feuerstelle gelagert hatten. Nur mein Kerkermeister, ein verschlagener Goblin der sich Yeemik nannte, konnte sich vor ihnen verstecken. Bevor der Elf, Galinndan Amakiir, ihm dann jedoch zu nah kam, zerrte er mich mit seiner schartigen Klinge am Hals ins Licht der Abenteurer. Der Zwerg, Rangrim Frostbart ein Kleriker des Moradin, verstand die gekrächzten Worte der Gelbhaut und so verhandelte Yeemik mit ihm. Er bot dem Bärtigen meinen Kopf für den Seinen und den seines Anführers Klarg, so viel konnte ich verstehen. Die Abenteurer willigten in den finsteren Handel ein. Wenig später kehrten sie mit dem zertrümmerten Schädel des Grottenschrats. zurück. Doch die Übergabe lief aus dem Ruder. Yeemik gab mir einen Tritt und ich stürzte in die Höhle unter uns. Dunkelheit senkte sich über mich.

Als ich erwachte, fand ich mich im Lager der Abenteurer wieder. Meine zahlreichen Wunden waren behelfsmäßig verbunden worden, meine steifen Glieder erinnerten mich an die Kälte der Sommernächte des wilden Nordens und meine Jugend. Die Goblins hatten mir alles genommen, mein Roß, meine Rüstung und mein Schwert, doch es war einfach herrlich! Eine Zeitreise. Ein Jungbrunnen. Ich war wieder voller Hoffnung darauf die Wellenhallhöhle zu finden und für Sicherheit und Wohlstand in dieser Wildnis zu sorgen. Es war eine Schande für diesen verdienten Greifenreiter von Tiefwasser Goblins zum Opfer gefallen zu sein, doch meine fünf Retter – Galinndann, Rangrim, Javic, Thia und Enna – erscheinen mir äußerst vielversprechend für diese Aufgabe. Zunächst gilt es Burg Bruchzahn ausfindig zu machen und Gundren Steinsucher zu befreien.

Ich berufe mich auf das Bündnis, das uns eint, und erbitte ergeben Eure Hilfe, Fürst Filmarya, denn die Tapferkeit der Lanzen von Leilon ist an der ganzen Schwertküste, von Baldurs Tor bis hoch ins Eiswindtal berühmt!

Hochachtungsvoll,
Sildar Winterhalle


Die verlorene Mine ist unsere inoffizielle Übersetzung von Lost Mine of Phandelver.

Wer mehr über die Natur unserer Spielberichte erfahren möchte, kann das hier:
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