Spielbericht: Die verlorene Mine #9

Der Drachenhort

Das Jahr der Kriegerprinzessin
20. Eleint, 1489 TZ
Donnerbaum

Hochverehrte Mutter Eschenblatt,

Eure Helden aus Phandalin haben es tatsächlich geschafft! Sie haben Giftzahn, den grünen Drachen, aus den Ruinen von Donnerbaum vertrieben!

Zunächst war ich wenig begeistert Enna, Javic, Nhiltaana und Thia wieder zwischen den verfallenen Häusern herumschleichen zu sehen. Sie hatten offenbar die vergangenen Tage genutzt, um einen zwergischen Söldner in Niewinter anzuheuern, denn die vier wurden von einem besonders grimmigen Exemplar des bärtigen Volkes durch den grünen Nebel zum alten Magierturm hinauf begleitet.

An diesem Tage durchschaute der Drache allerdings die feindseligen Absichten der Abenteurer und griff an. Ein meisterhafter Schwerthieb von Enna schnitt sogleich tief in den schuppigen Bauch des Scheusals und trieb Giftzahn in die vermeintliche Sicherheit der Lüfte. Er hatte noch keinen Kreis um den Turm gezogen, da traf ihn ein wohl platzierter Pfeil von Thias Bogen. Zornig brüllte der Drache auf, doch die Drow rief einen ohrenbeteubenden Donnerschlag hervor und übertönte ihn mit diesem erschütternden Zauber spielend.
Wutentbrannt stürzte sich das geschuppte Scheusal auf die Elfinnen hinab. Er spie ihnen eine grüne Giftwolke entgegen, die sich wie Säure durch Blätter und Geäst der umstehenden Bäume fraß.
Dieses Mal hallt der Hammerschlag Moradins über das verlassene Dorf hinweg, denn ein Schutzzauber des Zwergs bewahrte Nhiltaana und Thia davor das Schicksal der Pflanzen zu teilen. Dennoch fielen sie grässlich entstellt zu Boden.
Rot glühende, magische Geschosse von Javic schwirrten durch die Luft und schlugen geräuschvoll in die Flanke des Drachen ein, als der Zwerg bereits an Thias Seite war. Mit einem Gebet zum Seelenschmied schloss er die Wunden der Waldelfin.
Giftzahn nutzte die Gelegenheit und drang wild auf den Gottesmann ein, der nur wenige Augenblicke später blutüberströmt neben Thia lag.
Javic verscheuchte den Drachen schließlich mit einem weiteren Schwarm magischer Geschosse.

Die Anspannung wollte lang nicht von den Abenteurern abfallen.

Irgendwann fassten sie sich doch ein Herz und erkundeten den alten Magierturm. Das moosige Innere der überwucherten Ruine glich mehr einem ertrunkenen Baumriesen in den Totensümpfen, als einem verlassenen Hort arkanen Wissens. Im oberen Teil des Turms quollen aus einer modernden, bereits geborstenen Holztruhe unzählige Münzen. Aus diesem funkelnden Teich ragten dunkle Kelche angelaufenen Silbers die mit prächtigen Mondsteinen besetzt waren. Unter dem Münzenteppich entdeckten die Abenteurer zahlreiche zerfallene, schleimige Schriftstücke mit dem Gekrakel des Magiers von Donnerbaum und den mit Eisendraht umwickelten Schaft von Hieb, einer magischen Streitaxt die für viel Kummer in den Wäldern von Niewinter gesorgt hat. Die Feen behaupten, daß die rostige Klinge der Waffe nach den grünen Blättern der Waldbewohner dürstet, wie Vampirklingen nach dem roten Blut von Mensch, Elf und Zwerg.

Mitten in der darauffolgenden Nacht trugen die Kultisten, die sich im östlichen Teil von Donnerbaum eingerichtet haben, Fackeln zum Turm hinauf. Sie waren gekommen, um dem grünen Drachen zu huldigen. Die Drow packte die Gelegenheit beim Schopfe und gab sich als untoter Geist des erschlagenen Giftzahns aus. Sie befahl diesen Narren von Drachenkultisten die Köpfe von fünf Orks, als Zeichen ihrer Ergebenheit, zum Turm zu bringen.

Wie so oft, beobachtete ich unbemerkt die Geschehnisse in der Form eines Eichhörnchens, doch als ich den Schatten des Drachen über den sternenklaren Sommernachtshimmel huschen sah, wagte ich auch nicht mehr im Verborgenen auf meinem Posten zu bleiben.

Das mit den Orks war allerdings ein hervorragender Einfall, denn am Tag zuvor war ich auf die verkohlten Überreste eines Feenkobolds im ehemaligen Ogerlager unten am Fluß gestoßen, dort wo Reisende zwischen Donnerbaum und Niewinter für gewöhnlich gerastet haben. Ja, auch ich befürchte die Orks des Königreichs Todespfeil sind zurückgekehrt. Sie müssen die anderen Feen vertrieben haben, während sie den Unglücklichen über den Flammen ihres Lagerfeuers zu Tode gequält haben. Diese Monster!

Wie es sich gehört, habe ich die Leiche des Wächters mit toten Blumen geschmückt und einem der Steinkreise in den Wäldern von Niewinter übergeben.

Hochachtungsvoll,
Reidoth


Die verlorene Mine ist unsere inoffizielle Übersetzung von Lost Mine of Phandelver.

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