Spielbericht: Die verlorene Mine #11

Der Fluch

Das Jahr der Kriegerprinzessin
26. Eleint, 1489 TZ
Phandalin

Hochverehrte Schwester Garaele,

habt vielen Dank für die Empfehlung, das Haus der tausend Gesichter in Niewinter aufzusuchen. Eine wahrlich außergewöhnliche Einrichtung! Meinem zwergischen Gefährten Rangrim scheint diese Sichtweise jedoch verwehrt zu bleiben, er nahm seine kurzen Beine in die Hand und verabschiedete sich, so schnell er konnte, um anderweitig Unterschlupf zu finden. Doch ich schweife ab…

In großer Eile schreibe ich Euch diese knappen Worte und bedaure, dass ich Euch nicht persönlich aufsuchen kann. Die Zeit drängt und lässt keinen weiteren Aufschub unserer schwierigen Aufgabe zu. Ja, noch eine weitere Aufgabe lastet nun auf den Schultern unserer kleinen Gruppe. Bei Eilistraee, ich wünschte, sie wäre an uns vorübergegangen.

Der junge Südländer, der Zauberkundige Javic, ich berichtete Euch bereits von ihm, wird von einem schrecklichen Fluch bedroht. Bei unserer Rast in Niewinter ließ sich, der sonst für sein zartes Alter so weise und besonnene, Javic mit einem leichten Mädchen ein. Scheinbar haben die Anstrengungen unserer Reise und der zahlreichen Kämpfe seine Sinne verwirrt, wer kann es ihm verdenken. Das Weib stellte sich als nichts Geringeres als eine Werratte heraus! Mit ihrem Biss übertrug sie den Fluch der Lykanthropie auf unseren Javic.

So reiste ich mit Enna, der Teu-Tel-Quessir, und Javic, dem menschlichen Zauberkundigen, ein weiteres Mal nach Donnerbaum zu Reidoth, dem Druiden. Wie ich schon berichtete, ist er ein Quell des Wissens, der mir bereits wertvolle Informationen über Karnickelbeer und seine ehemalige Hüterin offenbart hatte. Wir erhofften uns, dass der alte Mensch mit seiner Weisheit unsere durch den Vorfall verdunkelten Geister erleuchten würde. Auch wollten wir Thia, die Or-Tel-Quessir aus den Wäldern von Niewinter, die dort mit dem Druiden verweilte, wieder in unseren Kreis aufnehmen. Und insgeheim hoffte ich auch auf die verhassten Kultisten zu treffen. Schließlich ist die Rechnung zwischen diesen Verdrehern der vernünftigen Ordnung und mir noch offen!

Zunächst durchsuchten wir die verfallenen Gebäude von Donnerbaum, in der Hoffnung, das neue Versteck des Druiden zu finden. Eines der südöstlichen Gebäude schien der verlassene Sitz der Kultisten zu sein. Bei unserer Suche wurden wir von Zweigschrecken aufgehalten, deren Bedrohung wir uns mit Schwertklinge und Zauberspruch entledigten. Am Dorfplatz fanden wir dann auch Reidoth. Er wurde in der Gestalt eines grauen Eichhörnchens von einer Horde Aschezombies belagert. Wir befreiten ihn aus dieser misslichen Lage und löschten das falsche Leben der geschwärzten Kadaver gänzlich aus. Alsdann suchten wir mit dem Druiden seine Zuflucht auf, um wieder zu Kräften zu kommen. In Donnerbaum fand sich jedoch keine Spur von Thia. Ihr Zorn auf den Drachen muss so groß gewesen sein, dass sie leichtsinnig allein gegen ihn losgezogen ist.

Wieder gestärkt, befragten wir Reidoth zum Fluch der Lykanthropie. Von all seinen Empfehlungen erschien uns die Möglichkeit, im Hain des Einhorns, im Schrein der Mielikki, unser Glück beim brechen des Fluches zu versuchen, am vielversprechendsten.

Es sind nur noch wenige Tage, bis der Mond in seiner Fülle am Himmel erstrahlen wird. Bei Eilistraee, es bricht mir das Herz, dass dies nicht nur Freude, sondern Unheil bedeuten kann! Ich bete zur Dunklen Herrin, dass sie uns Kraft schenken möge, diesen verwunschenen Fluch zu brechen, bevor sich Javic verwandelt.

So brachen wir erneut auf. In Niewinter erstanden wir Pferde, die unser Vorankommen beschleunigten. Am heutigen Abend erreichten wir Phandalin und kehrten im Gasthaus Steinhügel ein. Auch wenn Euer Haus nur wenige Schritte von unserer Raststätte entfernt ist, traute ich mich nicht Eure Nachtruhe zu solch später Stunde zu stören.

Ich hoffe, meine Nachricht erreicht Euch wohlbehalten und Ihr könnt es mir nachsehen, dass ich ein weiteres Mal vom Pfad, der mich nach Karnickelbeer leiten sollte, abgekommen bin. Ich versichere Euch jedoch, dass der Weg, so verschlungen er erscheinen mag, vor meinem inneren Auge förmlich hell leuchtet. Mit dem zusätzlichen Wissen, das ich nun besitze, glaube ich fest daran, Agatha besänftigen zu können. Mit der Hilfe meiner neugewonnenen Gefährten erscheint zudem jede Herausforderung überwindbar.

Oh, Schwester Garaele, dass ich jemals solche Worte schreiben würde! Seltsam fühlt es sich an, den Weg gemeinsam mit diesen Abenteurern zu beschreiten. Gleichwohl verlockend und fürchterlich lastet diese… Freundschaft auf meinem Herzen. Den Schutz der Einsamkeit habe ich nun vollends aufgegeben. Mir ist nurmehr der Schutz geblieben, mein Innerstes nicht zu offenbaren.

Ich gelobe, Euch alsbald wieder Bericht zu erstatten und Euer Vertrauen nicht zu enttäuschen und den Verbleib des Zauberbuches ausfindig zu machen!

Hochachtungsvoll,
Nhiltanaa Arabund


Die verlorene Mine ist unsere inoffizielle Übersetzung von Lost Mine of Phandelver.

Wer mehr über die Natur unserer Spielberichte erfahren möchte, kann das hier:
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