Spielbericht: Die verlorene Mine #13

Die Schwarze Spinne

Das Jahr der Kriegerprinzessin
28. Eleint, 1489 TZ
Phandalin

harfnerGlückauf Darathra,

Der gestrige Tag begann nicht gänzlich anders als die zuvor, seit ich über den Schrein Unserer Lächelnden Dame in Phandalin wache, aber die allmorgendlichen Bittsteller unterschieden sich von den gewöhnlichen Bergarbeitern doch gewaltig. Meistens waren es N-Tel-Quess die für etwas Glück in den Stollen und Minen beteten, gestern waren es jedoch drei waschechte Helden, die den Segen Tymoras erbaten!

Es waren Enna im Mongeflüster, Javic Vren und Rangrim Frostbart. Die Drei gehörten zu der namenlosen Abenteurergruppe, die den Dreieberpfad vor den Bruchzahngoblins verteidigt hat, Phandalin von den Blutwesten befreite und den grünen Drachen Giftzahn aus den Ruinen von Donnerbaum vertrieb. Ich wünschte Leosin wäre hier und hätte sich mit den Drachenbezwingern unterhalten können!

Sie bereiteten sich allerdings nicht auf die Drachenjagd vor, sondern um in die berüchtigte Wellenhallhöhle zurückzukehren. Ja, ganz recht, diese Teufelskerle haben tatsächlich die verschollene Mine der Zwerge und Gnome wiederentdeckt! Ich bitte dich Darathra, nicht zuletzt als Wächterfürst von Dreieber, bedenke die Auswirkungen, die eine Stätte wie die Zauberschmiede in den Händen der Sterblichen haben kann. Die Bewohner der Schwertküste könnten so viel Gutes mit den magischen Klingen aus den grünen Flammen der Wellenhallhöhle vollbringen, aber die Mächte der Finsternis auch so viel Böses.

Von unserer Nhiltaana Arabund fehlte jede Spur. Die ungewöhnliche Ssri-tel-quessir war nicht in Gestalt der Ar-Tel-Quessir oder einer anderen Reisenden nach Phandalin gekommen, das hätte ich erfahren. Unsere Gabe, das verzauberte Kletterseil, hatte ich ihrem Gefährten dem Zwerg anvertraut.

Nicht lang nachdem Enna und Javic die Stadt verlassen hatten, plagte mich mein Tatendrang und Wissensdurst zu sehr und ich machte mich auf den Abenteurern an den Fuß der Schwertberge, in die Phandeltiefen und die Wellenhallhöhle zu folgen.

Es dauerte eine Weile bis ich sie eingeholt hatte. Zu meiner Erleichterung marschierte auch Nhiltaana in ihrer Mitte. Die Ssri-Tel-Quessir sah mitgenommen aus, man könnte sogar sagen “verwildert”. Ich war dennoch voller Freude sie wiederzusehen. Ein seltsames Gefühl, Freude beim Anblick einer Dunkelelfin zu verspüren.

Wenig später erreichten wir den Zugang, den die Gebrüder Steinsucher wieder freigelegt hatten. Und in der ersten Kammer fand ich dann auch einen von ihnen: Tharden Steinsucher. Er war tot. Ich konnte nichts mehr für ihn tun. Enna, Javic, Nhiltaana und Rangrim waren bereits an einem Seil tiefer hinabgestiegen.

Kurz darauf vernahm ich Kampfeslärm aus jener Tiefe. Die Abenteurer wurden von Ghulen, dürren wölfischen Untoten die nach dem Fleisch der Lebenden gieren, angegriffen. Die Teu-Tel-Quessir und der Zwerg begegneten ihnen im Nahkampf. Der Mensch bekämpfte die Scheusale aus sicherem Abstand mit Magie. Nhiltaana ließ sich weit hinter die anderen zurückfallen.

Plötzlich griff sie an. Die verdammte Drow fiel dem Magier in den Rücken!

Die Abenteurer mussten nun einen Kampf an zwei Fronten führen. Enna und Rangrim erwehrten sich den scharfen Krallen und Fängen der Ghule, während Javic sich mit Bannzaubern gegen die hinterhältige Dunkelelfin verteidigte. Völlig entsetzt, ob meiner eigenen Gutgläubigkeit, dauerte es eine Weile bis ich die Doppelgängerin durchschaute. Diese Ssri-Tel-Quessir zauberte nicht. Sie trug auch nicht den magischen Glasstecken, den die echte Nhiltaana dem Anführer der Blutwesten entrissen hatte.

Es dauerte nicht lang, da war der Schrecken vorüber. Das silberne Schwert Klaue von Enna und die rostige Axt Hieb von Rangrim hatten die Ghule zerstückelt und die falsche Dunkelelfin war in die Flucht geschlagen.

Die Abenteurer waren gerade wieder zu Atem gekommen, da lief auch schon Nhiltaana in die Mitte ihrer Gefährten. Die echte Nhiltaana. Sie hatte zerrissene Kleider an und ihre ebenholzfarbenen Schultern waren nahezu unbedeckt. Die Ssri-Tel-Quessir zischte noch etwas von Grottenschraten, da sprang einer der bärenhaften Goblins aus dem nördlichen Tunnel.

Er wurde heftig bekämpft und sein mächtiger Morgenstern, der eigentlich mehr einer Keule glich, zerschmetterte nur das Gestein der Wellenhallhöhle, aber nicht seine Feinde. Drei der Abenteurer folgten dem stark verwundeten Grottenschrat nach Norden. So fielen zwei weitere Javic mit Wurfspeeren in den Rücken. Diese Goblins waren trotz ihrer Größe in den Lichtlosen Landen und darüber hinaus berüchtigt für ihre Lautlosigkeit. Wie konnte das Enna so ausser Acht gelassen haben?

Dennoch waren die Grottenschrate der Teu-Tel-Quessir und ihren Gefährten nicht gewachsen. Nachdem die Goblins ihr verdientes Ende gefunden hatten, entschieden sich die Abenteurer nach Norden zu gehen. Ich fasste mir ein Herz, bat Tymora um etwas Glück und stieg ebenso in die Wellenhallhöhle hinab.

Ich folgte dem roten Licht des Magiers durch eine große Höhle in der ein schwarzer See lag. Was wohl am Grund dieses namenlosen Gewässers liegen mag. Noch mehr Gefahren oder unermesslicher Reichtum in Form uralter Magie?

Hinter der Grotte führten in den Fels geschlagene Stufen in einen kargen Schlafsaal. Zwei tote Grottenschrate lagen hier neben einem qualmenden Kohlenbecken. Das rote Licht von Javic glühte jedoch bereits weiter im Norden, wieder in einer großen Höhle. Die Abenteurer erforschten diese nicht weiter, sondern folgten einem Gang nach Westen. Ich wollte es ihnen gerade gleichtun, da entdeckte ich zwei der bärenhaften Goblins und einen Dunkelelfen, die den Abenteurern lautlos wie Schatten nachschlichen.

Plötzlich wurde eine aufgebrachte Unterhaltung am Ende des Ganges laut. Als sich die Stimmen beruhigt hatten und keine weiteren Höhlenbewohner in Sicht waren schlich auch ich den Korridor hinab.

Mir bot sich ein groteskes Bild, verhandelten doch Enna, Javic, Rangrim und Nhiltaana mit anderen Ssri-Tel-Quessir und deren haarigen Leibwächtern, Grottenschraten und Riesenspinnen. Und das unter den grünen Smaragdaugen einer Dumathoinstatue!

Dann war eine Entscheidung gefällt und ein Bündnis mit dem Drowmagier – der sich nur die “Schwarze Spinne” nannte – gegen die untoten Bewohner der Wellenhallhöhle geschlossen. Die ungleiche Gruppe kam auf das Portal des Dumathoinschreins zu. Ich verbarg mich zwischen den Felsbrock des eingestürzten Ganges und beobachtete die Verbündeten, wie sie zurück in den kargen Schlafsaal marschierten.

Dort angekommen öffneten die Grottenschrate die behelfsmäßige Barrikade der östlichen Tür. Ich rannte zurück an die Oberfläche, denn die Helden von Phandalin waren so gut wie tot, wenn die Untoten keine Gefahr mehr für die Dunkelelfen darstellten und ich nicht für Verstärkung aus der Stadt gesorgt hatte.

Möge Unsere Lächelnde Dame über Euch wachen,
Schwester Garaele


Die verlorene Mine ist unsere inoffizielle Übersetzung von Lost Mine of Phandelver.

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