Spielbericht: Die verlorene Mine #15

Tote Spinnen

Das Jahr der Kriegerprinzessin
29. Eleint, 1489 TZ
Wellenhallhöhle

enklave

Hochverehrte Mutter Eschenblatt,

erneut erzitterte die Wellenhallhöhle unter dem Kampfeslärm von
Eindringlingen und bringt mich dazu an meinem Vorgehen zu zweifeln. Längst dachte ich meine Lektion gelernt zu haben, als ich im Kampf mit eindringenden Goblins mein rechtes Auge verlor. Ich ging davon aus, dass die Schrecken der Tiefe allein jedes weitere Eindringen bestrafen würden und ich lediglich die Ereignisse aus der Entfernung beobachten müsste. Was für ein Narr ich doch bin!
Aber ich beginne besser am Anfang.

Einige Monde ist es her, dass eine Gruppe Zwerge den Höhleneingang wieder freigelegt hat. Drei bärtige Brüder mit Seilen, Spitzhacken und Schaufeln. Wie so oft zuvor wollten wohl auch diese Eindringlinge die uralte Zauberschmiede wieder in Betrieb nehmen, um sich an den magischen Kräften unserer Mutter zu laben und hatten dabei vermutlich nichts Gutes im Sinn.Hätten doch meine Vettern nie diesen gottlosen Pakt mit den Zwergen geschlossen und nach Reichtümern gestrebt! Die arkane Schlacht hat die Erde verseucht, unnatürliche Dinge heraufbeschworen und großes Unheil über diesen wundersamen Ort gebracht. Ganz recht, die lebenden Toten. Aber ich will nicht weiter von den Ereignissen jener Tage berichten.

Nur kurze Zeit nachdem einer der Zwerge nach Phandalin gezogen war, tauchten Drow in der Höhle auf, die ebenfalls den wieder geöffneten Eingang nutzten. Hatte ich bei den bärtigen Brüdern noch die Hoffnung sie könnten die zahlreichen Untoten der Phandeltiefen vertreiben, so packte mich bei diesen dunkelhäutigen Schurken die blanke Angst. Was mochten sie mit der Macht der Zauberschmiede alles anrichten können?

Die Zwerge waren keine Krieger und weder auf die Schrecken der Tiefe noch die Drow vorbereitet. Törichte Zwerge. Sie suchen stets nur nach Reichtümern die sie mit in ihr Grab nehmen können.

Einen der verbliebenen Brüder fand ich schnell auf einem meiner Streifzüge durch die Höhle. Er lag tot in der ersten Kammer. Vergiftet. Durch wen oder was vermag ich nicht zu sagen. Den anderen Bruder suchte ich lange Zeit vergeblich und fand ihn schließlich in den Händen der Dunkelelfen. Das sieht diesem Drowgesindel ähnlich, hatten sie doch bereits Käferbären und auch meine geliebten Spinnen unter ihrer Kontrolle gebracht.

Schier ewig wartete ich auf eine Gelegenheit die Eindringlinge zu vertreiben und konnte dabei nur hilflos zusehen. Was hätte ich alleine schon ausrichten können? Nicht einmal die Untoten konnten diesen Schurken ernsthaft gefährlich werden.

Nie hätte ich gedacht, dass so ein wahllos zusammengewürfelter Haufen an Glücksrittern die Rettung der Höhle bedeuten könnte.

Sie kamen aus Richtung Phandalin und waren offensichtlich von dem dritten Zwergenbruder geschickt worden. Es war eine Gruppe so bunt wie die Edelsteine meiner Ahnen.

Einem zwergischen Priester folgten zwei Mondelfen, eine Waldelfin und eine Dunkelelfin, die offenbar nicht zu den anderen Drow gehörte. In ihrer Mitte führten sie einen Menschen der von den Übrigen immer wieder wegen seiner Vorliebe für Dirnen aufgezogen wurde. Garl Glitzergold war über eine solche Gruppe sicherlich erfreut, konnte sie doch nur ein Scherz der Götter gewesen sein.

Als Spinne verfolgte ich die Glücksritter und beobachtete sie beim Kampf gegen Blutmücken. Auch wenn die Abenteurer diese Hürde leicht nahmen, so wirkten sie doch eher wie Halbstarke beim anschließenden Kampf gegen die gefrässigen Ghule des Schwarzmagiers. Einer der Mondelfen floh sogar im Angesicht der ersten wahren Herausforderung. Und auch der Rest der Gruppe musste schließlich umkehren; zu schwer hatten die Ghule ihnen zugesetzt.

Erneut dachte ich die Drow selbst vertreiben zu müssen, doch dann kam die Gruppe wieder. Zwar hatten sie den feigen Mondelf und auch die Waldelfin mit dem weißen Wolf zurückgelassen, der Rest der Gruppe schien jedoch wieder Mut gefasst zu haben. Wie zuvor ließen sie sich hinab und kämpften gegen ein Rudel Ghule.

Merkwürdiger Weise wurden sie dabei von einer mondelfischen Priesterin beobachtet, die sich jedoch geschickt vor ihnen verbarg. Was mag das nun wieder bedeuten?

Als ich dachte die Abenteurer würden die Untoten leicht besiegen, fiel ihnen plötzlich die Dunkelelfin in den Rücken. Nicht dass mich das sonderlich überrascht hätte, doch die anderen schienen entsetzt über den hinterhältigen Angriff aus den eigenen Reihen.
Auch die elfische Beobachterin wirkte ratlos. Trotz dieser Wendung behielten die Glücksritter die Oberhand. Sie konnten ihre untoten Gegner niederstrecken und die verräterische Dunkelelfin in die Flucht schlagen.

Was nun kam brachte auch mich zum staunen und ließ mich doch an meinem Urteilsvermögen zweifeln. Gerade war wieder Ruhe eingekehrt, da sprang die Dunkelelfin atemlos aus dem gegenüberliegenden Tunnel hervor. Sie erzählte hastig von ihrer Gefangenschaft und einer Gestaltwandlerin, die ihre Form angenommen hatte, um ihren Platz unter den Gefährten einzunehmen.

Kann eine Dunkelelfin wirklich einer guten Sache dienen?

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Grottenschrate aus dem Hinterhalt angriffen. Ihr gemeiner Angriff forderte einiges an Kraft von den Glücksrittern, die nach ihrem Sieg über die Käferbären weiter in Richtung Norden zogen.

Wenig später wurden sie allerdings nicht allein von der Mondelfin verfolgt, sondern genauso von einem der Drow, der zwei Grottenschrate an seiner Seite hatte. Wie konnte man so viele Verfolger einfach nicht bemerken?

Meine Hoffnung wurde herbe zerschmettert, als die Abenteurer schließlich ein Bündnis mit den Drow eingingen, die noch immer den dritten Zwergenbruder in ihrer Gewalt hatten.

Wer konnte die verbündeten Eindringlinge jetzt noch aufhalten?

Die merkwürdige Gemeinschaft marschiert zusammen gegen die Untoten, während die elfische Beobachterin zurück an die Oberfläche floh. Sie bekämpften die Zombies in der ehemaligen Schmelze, die von einem Flammenschädel angeführt wurden. Zwei der Abenteurer fielen einem Feuerball zum Opfer und blieben reglos liegen. Zwar konnte der Zwergenpriester die vermeintlich gutherzige Dunkeleflin heilen, doch blieb der menschliche Magier bewusstlos liegen und wurde kurz darauf von den Grottenschraten in einen der alten Schlafsäle gezogen, in dem sich die finsteren Drow verschanzt hatten.

Als ich dachte es ginge den Glücksrittern aus Phandalin letztendlich an den Kragen, sprang ein weiterer Zwerg in das tobende Kampfgeschehen, den nicht einmal ich zuvor bemerkt hatte. Wie flink die sonst so behäbigen Zwerge doch manchmal sein können!

Nach dem schier endlosen Kampf gegen die Untoten verhandelten die beiden Gruppen erneut. Auch wenn die schwarze Spinne, wie sie den dunkelelfischen Anführer nannten, den Magier nicht rausrücken mochte, so stellte er den Abenteurern einen Grottenschrat zur Seite, den diese aber sogleich unbemerkt töteten.

Der Drow befahl einem weiteren dieser haarigen Biester die Zwerge und Elfen zu unterstützen und diesmal zog die neu gebildete Gruppe weiter in Richtung Zauberschmiede.

Als sie jedoch auf den Todesalb trafen, flohen sie Hals über Kopf in unterschiedliche Richtungen. Ich entschied mich den beiden Zwergen und der Dunkelelfin zu folgen.

Sie entdeckten das große Wasser im Nordosten, zwangen sich jedoch durch den gewundenen Gang nach Westen zum Wasserfall. Verunsichert rasteten sie über dem Wasserlauf. In der Nacht schlugen meine versklavten Freunde zu. Sie lähmten die versprengten Glücksritter mit ihrem Gift und so baumelten die Zwerge und die Dunkelelfin bald als Trophäen in der großen Säulenhalle.

Ach meine Lieben, wie gern hätte ich euch so ein leckeres Mahl gewährt, doch noch lagen meine Hoffnungen auf diesen Abenteurern. Ich beschloss die drei irgendwie zu befreien.

Es kam nicht dazu. Am nächsten Tag wurde ich erneut von Kampfeslärm zum Wasserfall gelockt.

Die mondelfische Schwertkämpferin führte ihren feigen Artgenossen, die Waldelfin ihren weißen Wolf und der Magier seine rot glühenden Geschosse in den Kampf mit meinen haarigen Freunden den Riesenspinnen.

Wie gerne hätte ich eingegriffen, doch um das heilige Gleichgewicht zu wahren musste ich mich zurückhalten!

Während des wilden Kampfes mit den Drow und ihren Sklaven, verfolgte der männliche Mondelf einen der dunkelhäutigen Schurken und rannte dabei blind in die Gefahren der entweihten Säulenhalle. Wieder und wieder schleuderte die schwarze Spinnemagische Geschosse auf den naiven Elfen und schickte seinen Körper damit in den ewigen Schlaf.

Mit letzter Kraft konnten die verbliebenen Glücksritter dennoch den Kampf für sich entscheiden und die Spinnen besiegen. Auch die schwarze Spinne. Bei Garl Glitzergold, wie gerne hätte ich trotz des Todes meiner haarigen Freunde, lachend aufgeschrien und vor Freude getanzt. Die Götter werden ihnen den Dienst für die dämonische Spinnenkönigin verzeihen und ihnen neue Körper schenken, denn die Höhle scheint wieder sicher.

Diese Ereignisse haben mich davon überzeugt, dass meine geheime Wacht nicht der richtige Weg sein kann. Bedenkt nur was alles hätte passieren können, wenn diese Helden nicht die finsteren Drow besiegt hätten. Ich habe mich entschlossen mein Versteck zu verlassen und mich diesen namenlosen Glücksrittern anzuschließen. Bunt wie ein Sack voll Edelsteine und rein wie das goldene Sonnenlicht, soll diese Gruppe der Schlüssel zu meinem wahren Schicksaal sein.

In tiefer Verbundenheit,
Podri Silberblick


Die verlorene Mine ist unsere inoffizielle Übersetzung von Lost Mine of Phandelver.

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