Spielbericht: Die verlorene Mine #18

Schlafende Riesen

Das Jahr der Kriegerprinzessin
4. Marpenot, 1489 TZ
Wellenhallhöhle

netzwerkVerehrte Viper,

Gleich nach dem Frühstück und einigen Einkäufen brachen wir erneut auf: Enna, Nhiltana, unser neuer Gefährte Podri und ich selbst. Unser erstes Ziel war der Hain des Einhorns, um dem Fluch der Lykantropie endlich ein Ende zu bereiten. Der Zustand der Erschöpfung überwältigte mich heute nahezu, und ich konnte mich kaum auf dem Pferd halten.

Als wir den Hain erreichten, fanden wir ihn jedoch verwüstet und geschändet vor. Die heilige Blumenspirale der Mielikki war niedergetrampelt worden. Der Braunbär, der wohl der Hüter des Hains war, lag tot und gehäutet neben einem mannshohen Scheiterhaufen in der Mitte der Lichtung. Noch dazu saßen die Täter, vier Goblins der Roten Hand, um das Feuer und betranken sich. Dahinter aber, seiner Größe wegen erst auf den zweiten Blick überhaupt als Lebewesen zu erkennen, schlief ein Hügelriese! Podri sprang von religiösem Eifer erfüllt über das Feuer in die Mitte der Goblins und streckte drei von ihnen einer magischen Schockwelle nieder. Enna, unter dem Einfluss eines Zaubertranks der Riesenstärke, tötete den Riesen fast im Alleingang; nicht jedoch bevor dieser wild mit einem Baumstamm in ihre Richtung schlagen konnte. Tymora lächelte ihr wahrlich zu!

Daraufhin begannen wir, den Hain behelfsmäßig wiederherzustellen, Blut und Leichen zu entfernen, den Scheiterhaufen zu löschen, und den Bären zu begraben. Podri schafft es mittels seiner Magie sogar, aus einigen Samen neue Blumen entstehen zu lassen. Trotz der Verwüstung, die die Goblins angerichtet hatten, schien die Macht des Ortes nicht verflogen zu sein und so öffnete sich nach Sonnenuntergang, nach einem langen Nachmittag harter Arbeit, das Portal ins Reich der Göttin. Ich trat hindurch und war umgeben von weißem Licht. Da erschien mir ein Einhorn, ich sprach meine Bitte aus und es berührte mich mit seinem Horn. Es schien zu lachen, als ich es untertänigst als Mielikki adressierte. Wieviel ich mir davon einbildete sei dahingestellt, jedoch habe ich mich in dieser Nacht nicht mehr verwandelt. und das stimmte mich vorsichtig optimistisch.

Am morgen des nächsten Tages beschlossen wir, zur Wellenhallhöhle aufzubrechen, um Oskar und Rangrim zu suchen und die Erkundung der Höhle voranzutreiben. Auf dem Weg durchs Hügelland wurden wir Opfer eines Hobgoblinüberfalls. Auch diese zähen Burschen gehörten der Roten Hand an. Vieren der Goblinoiden gelang es, Enna und Podri in einer Netzfalle festzusetzen, und uns mit Langbögen in Schach zu halten. Ich versuchte eine Suggestion in den Geist des Anführers zu pflanzen, uns alle gehen zu lassen, leider jedoch erwies sich der Verstand des Hobgoblins als überraschend stark und mein Zauber versagte. Sie bedrohten unsere gefangenen Gefährten mit makellosen Langschwertern, während sie Nhiltaana und mir freien Abzug anboten.

Also zogen wir Zauberkundigen ab, aber nur in eine für uns angemessenen Distanz, dann eröffneten wir das Feuer! Enna und Podri schnitten sich langsam frei, wurden aber dabei mit zielsicheren Pfeilen und Schwertspitzen bedrängt. Nhiltana beharkte zwei der Hobgoblins mit einem ebenso merkwürdigen wie mächtigen Spruch, den ich nicht zu identifizieren vermochte. Ich unterstützte aus der Ferne mit magischen Geschossen. Die von uns entfachte Flut aus Kampfzaubern zeigte bald Wirkung, denn sobald Enna und Podri sich freigeschnitten hatten gab es keine Hoffnung mehr für die Wegelagerer.

Der weitere Weg verlief ereignislos; dennoch hatten wir das ungute Gefühl, dass es in den Hügelländer am Fuße der Schwertberge von den Goblins der Roten Hand nur so wimmelte. In der Wellenhallhöhle angekommen, entdeckten wir in der großen Eingangskammer das Lager unserer zwergischen Gefährten Oskar und Rangrim. Die beiden hatten den unglücklichen Steinsucherbruder standesgemäß bestattet und sind vermutlich weiter in die Höhle hinabgestiegen. Nach einer kurzen Rast taten wir es ihnen gleich und begaben uns erneut in die Tiefe.

Wir begannen systematisch die noch unerforschten Bereiche zu erkunden. Zunächst orientieren wir uns nach Nordwesten in die Nähe des unterirdischen Sees. Zwischen der Eingangskammer und dem dunklen Gewässer befand sich ein scheinbar planlos angelegtes Gewirr von Gängen, die allerdings rechtwinklig zueinander verliefen (in der Karte habe ich es als das Labyrinth bezeichnet). Das stinkende Fleisch der etlichen Ghule, die wir unterhalb der Eingangskammer abgeschlachtet hatte, musste offenbar mehrere Gricks angelockt haben. Die tentakelbewehrten Monster lauerten uns mehrfach in jenem Labyrinth auf.

Enna streckte das erste dieser widerwärtigen Wesen in einem Hagel aus Schwertstreichen nieder. Ebenso das Zweite, jedoch fiel Nhiltaana und mir ein dritter Grick in den Rücken. Wir mussten uns dem Monster auf unangenehm engem Raum erwehren, doch erschlugen es mit Hilfe unserer Nahkampfzauber.

Nach dieser Begegnung frage ich mich nur wo die Kadaver der ganzen Grottenschrate hingekommen sind. Haben die Gricks das Fleisch der goblinoiden Käferbären zuerst verzehrt, bevor sie sich an dem von nekrotischen Energien verseuchten Ghulfleisch gütlich getan haben? Wir waren allerdings keinen Zehntag weg. Können die scharfen Schnäbel dieser tentakelbewehrten Monster so viel Fleisch in so kurzer Zeit vernichten?

Das Absuchen des Sees brachte dann immerhin einen kleinen Schatz hervor: zwei Platinringe und einen Zauberstab, der noch auf eine gründliche Analyse wartet.

Anschließend durchsuchten wir den Bereich südlich der Höhle mit den Reliefs die schwer arbeitende Zwerge zeigten, die Höhle die wir einst von einem Blutmückennest befreien mussten. Podri äußerte Bedenken gegenüber dem Erkunden dieser Räume und tatsächlich mussten wir uns bald einer kleinen Horde von Skelettkriegern entgegenstellen. Er hatte allerdings die dafür passende Magie vorbereitet und auch das Spinnennetz, das mein neuer Stab hervorzurufen vermag, bewies einmal mehr seinen Wert.

Wir rasteten in der abgeschiedenen Kammer der Gebeine. Ich wollte den Zauberstab näher betrachten und die anderen brauchten eine Pause.

Muss schließen. Etwas nähert sich dem Lager.

Fangzahn V


Die verlorene Mine ist unsere inoffizielle Übersetzung von Lost Mine of Phandelver.

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