Spielbericht: Die Prinzen der Apokalypse #1

Auf nach Osten!

Das Jahr der Roten Hexe,
27. Tarsak, 1491 TZ
Rotlärche

enklaveVerehrte Qelline Eschenblatt,

wie versprochen, möchte ich mein Wort halten und Euch über den Hergang unseres Auftrags auf dem Laufenden halten. Wobei wohl „ein gefährliches Unterfangen“ die passendere Bezeichnung für diese riskante Reise wäre.

Doch lasst mich zusammenfassen und von Vorne beginnen, damit der rechte Pfad nicht im Nebelgespinst verschwindet.

Über ein Jahr war vergangen seit dem ich meinen treuen Gefährten der Schlacht von Phandalin von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand. Ein Jahr voller Stille um dem ruhelosen Herz des Waldes zu lauschen, voller Geschehnissen die sich wie Nebel verflüchtigten, wenn ich versuchte sie zu erhaschen. Doch das was der Wald mir verriet, erzeugte in mir ein Gefühl der Rastlosigkeit. Dankbar nahm ich daher im Frühling die Einladung meiner Gefährtin Enna im Mondgeflüster nach Phandalin in die menschliche Zivilisation an.

Es war ein stürmischer Tag, unnatürlich warm und drohende Wolken hangen tief über Phandalin. Immer wieder peitschte der Regen durch die Straßen und trieb mich und Yunnikon schnellsten Weges ins Gasthaus.

Freudig begrüßten wir unsere Gefährtin Enna und tauschten uns über die vergangenen Monde aus. Es tat gut die Zunge der Zivilisation zu sprechen. Es waren nur wenig Gäste im Schankraum und doch war unter ihnen Sildar Winterhalle anzutreffen. An dem großgewachsenen Mann war wohl das vergangene Jahr aucht nicht spurlos vorüber gegangen, so wirkte er auf mich grimmig und verschlossen.

Nachdem Enna mit dem Edelmann eine Unterhaltung unter vier Augen beendet hatten, erzählte mir meien Elfenschwester von einer Gesandtschaft aus Mirabar, die auf dem Weg nach Tiefwasser spurlos verschwunden war. Unter anderem bestand sie aus einer Mondelfin und einem gelehrten Zwerg.

Sogleich regte sich die Abenteuerlust in mir und ich sicherte meine Hilfe bei der Suche nach den Vermissten zu. Gerade in jenem Moment öffnete sich die Tür und eine stattliche Frau, verhüllt von einem langen, roten Mantel und einer tiefen Kapuze, betrat den Schankraum. Befreit von jenem Schleier konnte man erkennen das es sich um eine junge Frau handelte die wohl auch eine länger Reise hinter sich hatte. So neugierig und aufgeschlossen wie mir Enna nicht anders in Erinnerung geblieben ist hatte sie die Reisende sogleich an unseren Tisch gebeten.

Die Gute sollte ihre Kleider trocknen, etwas verschnaufen und natürlich von sich berichten!

Sofort ergab sich ein offenes Gespräch und es stellte sich heraus, dass die Reisende Galina Vogelsang genannt wurde und sich ebenfalls als Abenteurerin verstand. Wir erzählten ihr von unserem Vorhaben und sie beschloss sich uns anzuschließen.

Als am nächsten Morgen die Sonne ihre gedämpften Strahlen über die Baumwipfel schickte machten wir uns auf um letzte Vorbereitungen zu treffen. Nachdem wir eine unverschämte Summe für eine Karte der Schwertküste beim kauzigen Barthen ausgegeben hatten, erstanden wir ein Pferd bei Euch, auf dem Eschenblatthof. Habt noch mal vielen Dank für meinen prächtigen, treuen Gefährten Stern!

Obwohl ich nichts mehr genieße als die Erde unter meinen Füßen zu spüren, hätte ich doch meine Kameradinnen ohne Pferd zu sehr aufgehalten. Auch eurem Auftrag, neben den Vermisste auch die magischen Saatkörner, die sie bei sich trugen, aufzuspüren, werde ich nachkommen sobald wir mehr wissen.

Sodann machten wir uns auf den Weg nach Rotlärche, wo uns ein Informant namens Tanlar näheres über die verschwundene Reisegruppe berichten können soll. Galinas Wunsch, dem Aufsuchen eines geheiligten Schreins, um für den guten Verlauf unserer Reise zu beten, konnten wir in Phandalin nicht nachkommen. Wie Ihr sicher wisst, ist ja das einzige Gotteshaus im Kampf zwischen den beiden Drachen, während der Schlacht, zerstört worden und Rangrim Frostbart hatte seinen Schrein noch immer nicht fertigstellen, geschweige denn weihen können.

Wir kamen zügig voran, bis wir aus dem Hinterhalt angegriffen wurden. Von einer kleinen Felsformation, beschoss uns eine Gruppe Goblins mit Pfeil und Bogen. Doch dieses Hindernis konnte uns erfahrene Abenteurer nicht aufhalten! Mit vereinten Kräften schlugen wir die kümmerlichen Gegner in die Flucht.

Wir kamen weiterhin gut voran, doch das unheilvolle Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Der Regen peitschte uns plötzlich ins Gesicht und ein aufkommender Sturm verwehrte unseren Pferden das Voranschreiten.
Nach einigen Meilen konnten wir einen notdürftigen Unterschlupf finden. Ein Felsvorsprung der allerdings seinen Zweck erfüllte. Die vielen Hinterhalte die ich schon miterleben musste haben mich misstrauisch werden lassen und gemeinsam beschlossen wir die Umgebung auszukundschaften, bevor wir uns dort länger niederlassen wollten.
Mein überaus praktischer Umhang, der mich vor unerwünschten Blicken tarnen kann, kam uns zu Gute, denn ich ließ Yunnikon bei den anderen zurück und konnte schon nach einigen Fuß ein Lagerfeuer ausmachen. Wie wir hatte auch eine Gruppe Hobgoblins in den Hügeln Schutz vor dem Unwetter gesucht und rastete hier. Ungehört schlich ich mich wieder davon und wir konnten die Nacht zwar in höchster Bereitschaft und gewappnet, aber ohne Zwischenfälle verbringen.

Im Morgengrauen machten wir uns wieder auf den Weg. Die Straße schien endlos, doch das Wetter hatte sich etwas gebessert, schlug uns doch jetzt nicht mehr ständig der Regen bitter ins Gesicht. Nach einem weiteren ereignislosen Tag konnten wir einen besseren Unterschlupf als in der vergangenen Nacht ausmachen: Eine verlassene Hütte in der wir samt Pferden Platz hatten.

Nach einem kläglichen Frühstück reihte sich der folgende Tag wie die letzten an. Ich konnte nur hoffen das wir bald Dreieber erreichen würden. Ein weiterer Tag auf meinem Pferd lies mich doch wieder erkennen warum ich das Gefühl der Erde unter den eigenen Füßen allem anderen vorziehe. Ich konnte jeden Knochen in meinem Leib spüren. Wir hatten ein ganzes Stück Weg hinter uns gebracht, als der tiefe Stand der Sonne uns daran erinnerte sich mit der Frage des Rastplatzes auseinanderzusetzen.

Südlich von uns erstreckte sich die Hügellandschaft zu Füßen der Schwertberge, voll von zerklüfteten Felsvorsprüngen und Geröllfeldern. Wir kehrten der offenen Ebene am Dreieberpfad den Rücken und beschlossen dort unser Glück zu versuchen. Um die Umgebung auszukundschaften zog ich mir wieder die Kapuze meines magischen Umhangs über den Kopf. So getarnt kletterte ich ein Stück voraus.

Auf einem Felsvorsprung konnte ich zwei verlassene Nester entdecken, aus denen abgenagte Knochen ragten. Meine Neugier war schnell erloschen und da der Platz ohnehin ungeeignet für eine Rast war, machte ich kehrt und stieg wieder ab, zurück zu meinen Gefährtinnen. Ich war auf halber Strecke als das Unheil von Oben auf uns niederstieß. Zwei riesige vogelähnliche Ungetüme zogen urplötzlich kreischend ihre Bahnen über uns. Und als sie ihre bösartigen Augen auf mich richteten, erkannte ich die berüchtigten Schrecken der Lüfte. Ihr Körper ähnelte dem eines Adlers, doch sie besaßen den Kopf eines Hirschs mit dem dazugehörigen Geweih. Und ihre grausamen Augen, die mich trotz meiner Tarnung entdeckt hatten, zeugten von übernatürlicher Intelligenz. Sie wurden Perytone genannt und weitgehend gefürchtet. Meine Gefährtinnen erkannten die Gefahr und standen mir – Corellon sei Dank! – im Kampf gegen die fliegenden Bestien bei.

Kreischend gingen die beiden Perytone mit ihren messerscharfen Krallen auf mich los und eins der Monster grub seine Klauen tief in meinen Rücken. Galinas brennende Bolzen, Ennas Schwert und meine treuen Pfeile konnten sie töten, bevor sie micht in Stücke gerissen hatten. Die Teu-tel-quessir war gut ausgerüstet und konnte die schlimmsten meiner Wunden mit einem Heiltrank schließen. So hatten wir dem Schauplatz des Kampfes schon den Rücken gekehrt, bevor die letzten Federn der Perytone den Boden erreicht hatten. Wir suchten uns einen weniger tödlichen Schlafplatz.

Die Nacht und der nächste Tag brachte uns nach Dreieber, wo wir bei Bekannten von Galina unterkamen. Wir verließen das Städtchen auf der Langen Straße und ritten nach Süden, überquerten das Schwarzmaulmoor auf morschen Holzstegen und erreichten das Dorf Westbrücke.

Noch ein letztes Mal sollten wir in der Wildnis, am Rande der Sumberhügel, nächtigen. Es war gegen Mitternacht, da brach aus der feuchten Erde zwischen den moosbewachsenen Felsen ein riesiges Insekt heraus. Mit todbringenden Beißwerkzeugen schnappte es nach uns und den Pferden.

Ich glaube, daß es sich dabei um ein Ankheg handelte, was uns in jenem Augenblick jedoch ziemlich gleichgültig war. Enna zerhackte das Ding mit ihrem magischen Schwert Klaue einfach. Wir fanden nur noch unruhigen Schlaf in jener Nacht.

Der letzte Tag unserer anstrengenden Reise brachte uns dann endlich nach Rotlärche. Das Wetter hatte sich gewandelt. Es war heiss und trocken geworden. Ein unnatürlicher, staubiger Wind aus den Sumberhügeln bließ uns ins Gesicht, als wir in das geschäftige Örtchen ritten.

Liebe Qelline, wie bin ich dankbar diesen unheilvollen Straßen entkommen zu sein. Ich werde natürlich Wort halten und Euch über alle weiteren Ereignisse auf dem Laufenden halten.

Hochachtungsvoll
Thia Silberwedel


Die Prinzen der Apokalypse ist unsere inoffizielle Übersetzung von Princes of the Apocalypse.

Es handelt sich um die Fortsetzung unserer ersten 5E-Kampagne die mit Die verlorene Mine (Lost Mine of Phandelver) begann und uns über die Tyrannei der Drachen zu dieser Storyline geführt hat.

Wer mehr über die Natur unserer Spielberichte erfahren möchte, kann das hier:
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