Spielbericht: Die Prinzen der Apokalypse #2

Die Sumberhügel

Das Jahr der Roten Hexe,
29. Tarsak, 1491 TZ
Die Alte Steinbrücke

b_ndnisHochverehrter Sildar Winterhalle,

Dank den vereinten Seldarine bin ich in der Lage Euch zu berichten, wenn auch schwer verletzt, sitze ich hier neben meinem treuen Gefährten Podri Silberblick. Ohne ihn würdet Ihr vergeblich auf Nachricht von mir warten.

Doch nun zu den Nachforschungen und den Ereignissen der letzten Tage.

Das stürmische, sonderbare Wetter versetzte uns nicht gerade in große Reiselust, aber in Rotlärche angekommen, wurden wir angenehm überrascht: ein nettes kleines Örtchen an der Langen Straße. Galina und ich genossen das geschäftige Treiben und unser erstes Ziel führte uns zu Tarnlar, in die Meisterschneiderei, wie Ihr es mir angeraten hattet. Doch wir trafen nur Maegla, seine Ehefrau an. Ihr Mann sei unterwegs, und es wäre nach Sonneuntergang möglich mit ihm zu sprechen, hieß es. Die schöne dunkelhäutige Dame hielt sich uns gegenüber sehr bedeckt. Kann sein, dass Kundschaft im Laden ihre Gesprächigkeit verhinderte. Ich war begeistert von der wunderbar gefertigten Lederbekleidung: strapazierfähig und dennoch mit gewisser Raffinesse gestaltet. Doch verzeiht, ich schweife ab.

Wir kehrten im Gasthaus Zum geschwungenen Schwert ein, um uns dort über die seltsamen Vokommnisse zu erkundigen. Ein gut besuchtes Gasthaus! Das könnte erfolgreich werden. Mein Blick fiel sofort auf einen fantastisch aussehenden Halbelfen, der sich Bruder Eadon nannte und aus dem Norden stammte. Leider war er mehr am Missionieren, als an meiner Person interessiert. Wir kamen mit der Schankfrau ins Gespräch: “In den Hügeln, da braut sich was zusammen, das komische Wetter ist daran schuld”, so ihre Worte, “Blitzschläge treffen Unschuldige und Karawanenreisende berichten, dass Leute einfach verschwinden… da steckt doch faule Magie dahinter, oder?” Ich gab mich interessiert und antwortete ihr: „Wer könnte mehr darüber wissen? Wir wollen den Ereignissen auf den Grund gehen und sind auf der Suche nach einer Gesandtschaft aus Mirabar, deren spurloses Verschwinden unerklärlich ist.“ So hofften wir auf Auskunft, und die Schankfrau nannte uns Luruth, den Gerber und Meliko den Steinmetz, sowie Haelia aus dem Badehaus als eventuelle Quellen für Antworten.

Galina und ich konnten ein Bad und Massagen gut vertragen, und machten uns auf den Weg dorthin. Nicht in meinen kühnsten Träumen hoffte ich auf das, was wir dort erlebten. In wohlriechendem dampfendem Badewasser, das wir sehr genossen, schwamm dick wie ein Fass die Steinmetzin Meliko Alberi. Nach geraumer Zeit geriet sie mit uns ins Plaudern über die Geschehnisse in den Hügeln. Ihre Geschicklichkeit mit Worten war nur mäßig, doch sie erwähnte die Schatten der Nesserer, die Roten Magier, auch die gefährlichen Drow und die Schwarze Spinne. Ihre Arbeiter hätten auch berichtet, dass sie in der Nacht beim Steinschlagen schwarzgerobte Gestalten mit Steinmasken beobachtet hätten.
Nur Gerede? Oder steckt eine brauchbare Spur für uns dahinter?

Die Massagebank wurde und wurde nicht frei. Wie gerne hätte ich meinen Muskeln und Gelenke diesen Genuß gegönnt. Endlich! Er war es, der uns solange hat warten lassen! Ihr glaubt nicht, wie glücklich ich war, als ich Podri Silberblick gesund und munter vor mir stehen sah.

Doch jetzt weiter zu unseren Erlebnissen, auch wenn es mir sehr schwer fällt zu schreiben. Meine Arme und mein Oberkörper schmerzen noch immer sehr.
Den Weg zur Gerberei hätten wir uns sparen können. Außer dass Podri ein Waschbärenfell kaufte und es uns übel wurde von den Säuredämpfen und den riesigen Blutlachen, gewannen wir keine neuen Erkenntnisse. Luruth wußte gar nichts über die Geschehnisse.
Kurz vor Sonnenunterang erwartete ich mir endlich von unserem Agenten, Meister Tarnal, genauere Auskünfte. Doch wieder war es nur seine Ehefrau, die uns folgendes anvertraute: die Gesandtschaft aus Mirabar war auf dem Weg nach Süden aufgebrochen, vermutllich nach Tiefwasser. Die Mondelfin Teresiel, der Schildzwerg Rundott und eine Menschenfrau namens Marjara, ebenfalls ein Mitglied von unserem Bündnis. Jeder von ihnen trägt eine verschlüsselte Nachricht bei sich. An diesen Nachrichten sind aber auch andere Machtgruppen interessiert. Zum Einen, die Priesterschaft der Abtei Goldenfelder, die zusätzlich auch die magischen Saatkörner in ihren Besitz nehmen wollen, die einer der Gesandten bei sich trägt. Und zum Zweiten die Ritter von Samular.

Talnar betreibt bereits intensive Nachforschungen, und ich vereinbarte mit seiner Frau, dass er Neuigkeiten für mich (vielmehr für Euch verehrter Sildar) im Gasthaus Zum geschwungenen Schwert hinterlegen soll.

Nach dieser Nacht beschlossen wir, dass Podri und ich uns in die Sumberhügel begeben, während Galina in Rotlärche weitere Nachforschungen anstellt.

Das wunderliche, unnatürlich warme und windige Wetter hielt an. Die kargen Hügel schienen wie von der Hochsonne verdorrt. Eine verwitterte Ruine fiel uns auf. Mondstaub, mein guter brauner Hengst, brachte uns beide sicher dorthin. Wir stellten traurig fest, dass die Natur auch hier aus ihrem Gleichgewicht geraten war, denn die Erde war überall aufgesprungen und verheert.
Die einbrechende Dämmerung ermahnte uns zur Suche eines Nachtlagers. Mir genügte es, den Rücken an eine Felswand zu lehnen und so Podris Schlaf zu sichern.

Es zog uns weiter nach Norden und wieder in die Ebene. Wir wählten nicht die gepflasterte Straße, sondern folgten dem Flußbett. Östlich von uns breitete sich der Dessasin aus. Die berühmte Steinbrücke erinnerte an die Kämpfe der Zwerge vom Klane Eisenstern mit den Orks. Und offenbar starb hier auch ein gewisser Thorhild Flammenzunge durch Keulen von Hügelriesen. Die Götter mögen seiner Seele Ruhe geben.

Wir beschlossen zurück zu reiten an den Rand des Hügellandes. Diese Nacht begab ich mich in die Obhut von Podri. Er weckte mich auf, als er Gelächter in einer Nebenschlucht vernahm. Wir schlichen uns näher hinan: ein Dutzend befremdlich aussehender Trunkenbolde mit stark tätowierten Gesichtern und schuppiger, bläulich schimmernder Haut. Ich konnte drei Frauen und neun Männer erkennen. Die Waffenblätter ihrer Schwerter schienen aus Haifischzähnen zu bestehen. Flußpiraten?

Unsere Neugier ließ uns noch näher heranschleichen. Der Anführer trat mit nacktem Oberkörper auf. Aus seiner Haut wuchsen muschelähnliche Gebilde, seine Unterarme glichen einem Fisch und sein Unterkörper steckte in einem Rock aus Algen. Mein Erstaunen wuchs, je mehr wir uns näherten.
Um sie zu “prüfen” wirkte Podri einen Zauber. Er ließ einen Wanderer entstehen, der auf sie zukam. Nach kurzem Zögern wollten sie den Wandersmann angreifen.
Doch ihr Anführer rief sie zurück, da er offensichtlich die Illusion erkannte.
Ich war zu nah und zu laut! Bruchteile eines Herzschlages überlegte ich zu fliehen. Zu spät!
Zwei der Flußpiraten verwandelten sich in durchsichtig schimmernde Wasserschlangen mit bösartigen Reptilienaugen. Eine Art Gebetslitanei war zu hören. Wolken erschienen, die sich auf uns zubewegten und garstige Hagelkörner auf uns spuckten.
Podris Flammenkugel mochte mich nicht vor dem Zauber der Lähmung dieser schrecklichen Gestalten zu schützen.

Es folgte einer der übelsten Kämpfe, an die ich mich erinnere, denn ich war hilflos! Mehrere Kugeln wurden auf mich geschleudert. Ohne Podris Zauberbernstein, der einen mächtigen Erdelementar hervorrief, würdet Ihr diese Zeilen nicht lesen. Das war unsere Rettung!
Unsere Gegner raunten ständig die Worte „verdammte schwarze Erde“ und “Kampf der schwarzen Erde”.

In dem schier endlos andauernden Kampf lichteten sich die Reihen unserer Feinde nur sehr langsam. Plötzlich sprang eine Eisklinge an die Kehle des Erdelementars und beendete seine Existenz, doch auch ich konnte einen lähmenden Zauber endlich abschütteln und mich befreien. Der Zauberwirker wollte fliehen und ich war schon wieder zu sehr im Zweikampf vertieft, so dass Podri den Übeltäter erledigte. Indes entlockte ich meiner Gegnerin kurz vor dem Todesstoß, dass sie alle zur “Brechenden Welle” gehörten. Was immer das auch war.

Verehrter Sildar, ich hoffe bald wieder vollends genesen zu sein, um weitere Nachforschungen anstellen zu können und Euch umgehend zu berichten.

In tiefster Hochachtung,
Enna im Mondgeflüster


Die Prinzen der Apokalypse ist unsere inoffizielle Übersetzung von Princes of the Apocalypse.

Es handelt sich um die Fortsetzung unserer ersten 5E-Kampagne die mit Die verlorene Mine (Lost Mine of Phandelver) begann und uns über die Tyrannei der Drachen zu dieser Storyline geführt hat.

Wer mehr über die Natur unserer Spielberichte erfahren möchte, kann das hier:
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