Spielbericht: Die Prinzen der Apokalypse #4

Die Zwergenfestung

Das Jahr der Roten Hexe, 
4. Mirtul, 1491 TZ
Feste Flusswacht

enklave

Mein Herr Ellardin Darovik,

Die Ereignisse der letzten Stunden bewogen mich Euch diese Zeilen zu schreiben, um zu berichten was in den letzten Tagen vorgefallen ist.

Die mir anvertraute Aufgabe, den Berichten ungewöhnlicher Wettervorkommnisse in der Nähe der Sumberhügel auf den Grund zugehen, führte mich nach Yartar am Ufer des mächtigen Dessarin. Ich erreichte die kleine Stadt vor Sonnenuntergang und fand Unterkunft in einem Gasthaus namens Beldabar’s Einkehr. Dieses durchaus ungewöhliche Gasthaus befindet sich unterhalb des Marktplatzes Yartars und ist nicht allzu leicht auszumachen. Ich bezog ein einfaches Zimmer und besuchte, um eine Stärkung zu mir nehmen, den Schankraum. Während ich meine Mahlzeit verspeiste, belauschte ich zwei Männer, die sich ein paar Tische weiter unterhielten. Es handelte sich offenbar um einen Reisenden, der gerade versuchte einen mürrischen Bootsmann davon zu überzeugen, ihn flussabwärts mitzunehmen. Den Reisenden konnte ich nicht erkennen, da dieser mit dem Rücken zu mir saß, aber etwas an seiner Art zu sprechen kam mir vertraut vor. Nach einigem hin und her hatte der Reisende schließlich Erfolg bei der Überredung des Bootsmannes und erhob sich zum Gehen. Da musste ich mit Erstaunen feststellen, dass es sich bei diesem um Javic Vrenn handelte, einen meiner Weggefährten aus Phandalin.

Wir begrüßten uns sogleich und ich bat ihn sich noch etwas zu mir zu setzen. Ich erfuhr, dass Javic sich auf einer Mission befand um die Feste Flusswacht von Piraten zu befreien, die dort ihr Unwesen treiben sollten. Da die Feste auf meinem Weg lag, entschieden wir kurzer Hand gemeinsam unsere Reise fortzusetzen. Nach weiterem hin und her, diesmal mit meiner Verstärkung, gelang es uns den mürrischen Bootsmann von der Mitnahme eines weiteren Passagiers zu überzeugen.

Am nächsten Morgen machten wir uns, mit dem Bootsmann und seiner kleinen Besatzung von zwei Mann, auf zur Flusswacht. Als die alte Feste in Sicht kam, näherten wir uns langsam und mit großer Vorsicht. Plötzlich erkannten wir drei Gestalten auf der vorderen Verteidigungsmauer.

Wir dachten es handelte sich um die erwähnten Flusspiraten und machten uns auf das Schlimmste gefasst, doch dann erkannten wir zu unserem Erstaunen, dass es sich um drei weitere Weggefährten aus Phandalin handelte: Rangrim Frostbart, Enna im Mondgeflüster und Nhiltanaa Arabund. Wir legten sogleich an und begrüßten unsere Freunde. Als der Bootsmann jedoch Nhiltanaa – eine Drow – erblickte, nahm dieser sogleich die Füße in die Hand und flüchtete, ja fast panisch, auf sein Boot und legte im Handumdrehen ab. Javic und ich verblieben sozusagen gestrandet mit den anderen in der Feste.

Unsere drei Weggefährten berichteten uns, wie sie zusammen mit Podri Silberblick und meinem alten Freund Oskar Eisenhammer, die Flusswacht von Piraten und Anhängern eines uns unbekannten Kultes befreit hatten. Javic war von dieser Nachricht durchaus erfreut, da unsere Gefährten, die ihm aufgetragene Mission bereits erfüllt hatten. Sie berichteten zudem von einem unterirdischen Fluss unter der Burgruine, der stromaufwärts zu einem unterirdischen See führte, wo sie Lichter und die alten Gewölbe einer Zwergenfestung entdeckt hatten. Da sie von dem zuvor bestrittenen Kampf erschöpft waren, kehrten sie jedoch zur Burg zurück um wenigstens ein paar Stunden zu rasten. Podri Silberblick und Oskar Eisenhammer, so hieß es, erholten sich nachwievor von der Schlacht. Es muss eine wahrlich beeindruckende Eroberung gewesen sein, wenn diese Beiden noch nicht wieder bei Kräften waren.

Enna im Mondgeflüster hatte zudem sehr interessante Informationen hinsichtlich der seltsamen Wettervorkommen in den Sumberhügeln, was mitunter einer der Gründe ist, warum ich Euch schreibe, mein Herr Darovik. Zusammen mit Podri Silberblick stieß sie auf eine Gruppe eigentümlicher Flusspiraten mit einer schuppigen, bläulich schimmernden Haut und tätowierten Gesichtern. Sie wurden mit diesen in einen Kampf verwickelt wobei sich zwei der Angreifer in Wasserschlangen verwandelten und zudem ein Zauberwirker unter Ihnen war, der eine Art Algenrock trug. Sie vernahmen seltsame Gebete, woraufhin Wolken erschienen und plötzlich Regen sowie Hagel auf sie herniederprasselte. Die Angreifer riefen zudem immer wieder die Worte „verdammte schwarze Erde“ und „Kampf der schwarzen Erde“. Enna gelang es auch einem der sterbenden Piraten zu entlocken, dass sich die Bande „Brechenden Welle“ nannte.

Aber zurück zu den Ereignissen in der Flussfeste. Drei unserer Gefährten hatten Ruhe gefunden und waren wieder bei Kräften. Javic und ich beschlossen uns ihnen anzuschließen, da wir, wie es schien, der selben Sache auf der Spur waren. Wir durchsuchten die Feste erneut auf Geheimgänge und magische Spuren und konnten tatsächlich eine geheime Wendeltreppe hinter dem Thron des Piratenanführeres, einem verfluchten Werkrokodil, entdecken. Diese führte zu der geheimen Anlegestelle, von wo aus unsere Gefährten zu erwähntem unterirdischen See gekommen waren. Wir durchsuchten die Feste bis auf die letzte Kammer, fanden jedoch nichts Weiteres und beschlossen mit dem Boot zu dem unterirdischen See und der Zwergenfestung zu fahren.

Nach einiger Zeit erreichten wir den See. Schwache Lichter ließen uns einen alten, in den Stein gehauenen Eingang mit vorgelagertem Bootskai erkennen. Viel zu spät sahen wir die Gestalten, die auf dem Kai rumlungerten. Es handelte sich um die von Enna zuvor beschriebenen Flusspiraten mit schuppiger, bläulicher Haut. Wir machten ein halbes Dutzend mit Schwertern und Schilden gerüstete Piraten aus.

Zudem sahen wir etwas im Wasser, das vage wie eine große Rückenflosse aussah. Die Wegelagerer erspähten uns sogleich und ein großer Kerl, der das Kommando zu tragen schien, rief nach uns. Es blieb uns nichts anderes übrig als am Kai anzulegen und an Land zu gehen. Ich versuchte dem Piraten weiszumachen ich würde Gefangene als Opfergabe für ihre Götter bringen. Mir gelang es seine Gefolgsleute, vier drahtige Kerle und einen dicken, dümmlich dreinschauenden Piraten, zu überzeugen. Der Große blieb jedoch skeptisch und misstraute mir. Schließlich glaubten wir, dass ein von Javic unauffällig gewirkter Zauber ihn doch noch überzeugen konnte. Die List schien jedoch nur geglückt, denn zu unser aller Bedauern befahl der Große die Gefangenen an Ort und Stelle dem Hai vorzuwerfen. Nun wussten wir auch mit Gewissheit, was da im Wasser auf uns wartete.

Es blieb uns nichts anderes übrig als zum Angriff überzugehen, was der Beginn eines langen, zehrenden und immer wieder aufflammenden Kampfes sein sollte. Die vier kleineren Piraten versuchten Rangrim, Enna, Nhiltanaa und Javic ins Wasser zu stoßen. Allein Rangrim konnte dem widerstehen und blieb standhaft. Javic wurde zwar vom Kai gestoßen, konnte sich aber, und glaubt mir ich staunte nicht schlecht, mit einem Flugzauber vor dem Wasser retten. Nhiltanaa wie auch Enna fielen ins Wasser. Die Mondelfin konnte sich ins Boot retten, während Nhiltanaa von einem riesigen Hai attackiert wurde. Zeitgleich kämpften Rangrim und ich gegen den Großen und den Dicken. Letzterer verwandelte sich plötzlich in eine dunkle Schlange aus Wasser und attackierte uns. Unserem Zwerg und mir gelang es den Großen und einen seiner Stiefellecker zu Fall zu bringen. Javic rettete in der Zwischenzeit Nhiltanaa aus dem blutgefärbtem Wasser und Enna hatte es schließlich auch auf den Kai zurückgeschafft. Die drei stürzten sich sogleich wieder in den Kampf. Als dies die fette Wasserschlange sah, flüchtete sie sich in den hinter dem Kai gelegenen Eingang. Ich setzte ihr sogleich nach und konnte sie mit einem gut gezielten Bogenschuss niederstrecken. Meine Gefährten töten zwei weitere der verbliebenen Piraten. Dem Letzten gelang die Flucht in den Gang, wo er mir dann in die Klinge lief. Leider gelang es mir nicht ihn schnell genug zum Schweigen zu bringen, so dass er mit seinem letzten Atemzug noch Alarm schlug.

So war uns keine Ruhepause vergönnt. Meine Gefährten hatten gerade zu mir aufgeschlossen, da sahen wir fünf weitere Flusspiraten aus einer Tür stürmen. Ein Sechster verblieb im Raum dahinter. Dieser war mit einem Rock aus Algen bekleidet und hielt, wie es schien, einen großen Zauberstecken in den Händen.

Den Beschreibungen Ennas zufolge, handelte es sich um einen Zauberwirker der Brechenden Welle. Als Javic die Piraten in einem magischen Spinnennetz eingefangen hatte und anschließend mit einem Feuerball zerfetzte, schlug der Algenrock die Tür zu und war verschwunden. Sobald wir die verbliebenen Piraten besiegt hatten, nahmen wir die Verfolgung des Zauberwirkers auf.

Den Raum fanden wir jedoch leer und verlassen vor, denn er besaß eine zweite Tür, die offen stand. Ich folgte dem dahinter liegenden finsteren Gang um zwei Ecken. Erkennen konnte ich in der Dunkelheit niemanden, allerdings hörte ich Schritte, die sich zügig von mir entfernten. Als wir gemeinsam vorsichtig Vorrückten, stürzten drei weitere der geschuppten Piraten den Gang hinunter. Hinten ihnen erkannten wir zwei Bärtige Männer neben unserem entlaufenen Algenrock. Der eine hatte breite Schultern und einen Stiernacken. Er trug ein blaues Kopftuch und ein schartiges Entermesser. Der andere trug eine Fellweste und besaß nur noch ein Auge.


Die Prinzen der Apokalypse ist unsere inoffizielle Übersetzung von Princes of the Apocalypse.

Es handelt sich um die Fortsetzung unserer ersten 5E-Kampagne die mit Die verlorene Mine (Lost Mine of Phandelver) begann und uns über die Tyrannei der Drachen zu dieser Storyline geführt hat.

Wer mehr über die Natur unserer Spielberichte erfahren möchte, kann das hier:
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Spielbericht: Die Prinzen der Apokalypse #4

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