Spielbericht: Die Prinzen der Apokalypse #6

Das Kloster des Heiligen Steins

Das Jahr der Roten Hexe, 
20. Kytorn, 1491 TZ
Feste Flusswacht

harfnerHochverehrte Herrin der Drei,

im Kloster des Heiligen Steins hausen Menschenhändler, die sich als entrückte Mönche tarnen. Sie stehen mit den Orks im Bunde und erst gestern konnten wir aus den Stollen unter ihrem Klosterbau nahezu zwei Dutzend Männer und Frauen befreien. Unter den Gefangenen war ein zwergischer Gelehrter namens Bruldenthar, der einer Gesandtschaft aus Mirabar angehört hatte.
Doch lasst mich am Anfang der Geschichte beginnen.
Um meine Chronik vom heldenhaften Leben des Ritters Toros Otorepa abzuschließen, reiste ich von Tiefwasser zur Gipfelhalle, dem Sitz der Ritter von Samular.

Der Leichnam des Edelmanns sollte dort in der Krypta des Ritterordens beigesetzt werden. An der Gipfelhalle angekommen, erfuhr ich jedoch, dass die sterblichen Überreste von Otorepa auf dem Weg vom Grat der Welt in den Simberhügeln verloren gegangen waren.
Die Ritter von Samular suchten bereits das gesamte Dessarintal nach dem Leichnam ab und so bat mich Ritterin Uschien Strumbanner, die Vorsteherin des Ordens, in der Zwischenzeit den Verbleib von Renwick Caradoon festzustellen. Dabei handelte es sich um den ältesten Bruder des verehrten Ordensgründers, der während den Wirren des Zweiten Trollkrieges gegen 950 TZ verschwand. Sie gab mir den Ratschlag meine Ermittlungen im Kloster des Heiligen Steins zu beginnen.
Eine einzige Reisende teilte meinen Weg in jene Richtung und das war eine Drow! Ihr Name lautete angeblich Nhiltaana Arabund. Ich war mehr als misstrauisch. Vermulich war sie ein Mitglied der Hand von Yartar und verbarg sich lediglich hinter der extravaganten Ebenholzmaske einer Dunkelelfin. Es war nichts aus der düsteren Dame herauszubekommen. Sie verwies nur immer wieder auf ihr Begnadigungsschreiben durch die Ritter von Samular und die Kirche von Tyr.
Schließlich begegneten wir einem Wasserelementar, der auf den Fluten des Dessarin wandelte und einer jungen Jägersfrau, die dem Externar nachstellte. Das Dessarintal hat sich wahrlich zu einem unheimlichen Ort entwickelt! An einem Tag ist keine Wolke zu sehen und die Sonne verbrennt die letzten Grasbüschel auf den staubigen Felsen der Hügel, am nächsten Tag fällt der Regen schier endlos in dicken Tropfen von einem völlig verfinsterten Himmel, während am dritten Tag eiskalte Winde die Luft zerschneiden und die Wolken über das Tal treiben, wie seine Bewohner die Rinder in die umliegenden Ebenen. Ja, die Elemente spielen hier neuerdings verrückt!
Kurz nach der bizarren Begegnung mit dem Elementar hatten wir die Feste Flusswacht am Ufer des mächtigen Dessarin erreicht. Doch wer hatte das Geschöpf eigentlich gerufen? Ganz ehrlich, es war mir einerlei. Ich dachte nur über das enorme Interesse des Mädchens an dieser ungewöhnliche Kreatur weiter nach.
An der Flusswacht fand sich eine kleine Gruppe zusammen: die elfische Kriegerin Enna im Mondgeflüster, der südländische Magier Javic Vrenn, die bereits erwähnte Jägerin Layla und meine Wenigkeit. Nach einer amüsanten Nacht voller Wein, Weib und Gesang, ritten wir am nächsten Morgen so nah wie möglich an das Kloster des Heiligen Steins heran und ließen die Pferde in einem behüteten Tal zurück, um die letzten Meilen zu Fuß zu gehen.

Es war nicht sonderlich schwer mit etwas Überredungskunst ins Herz des Klosters zu gelangen, doch bei den Göttern die Mönche hinter den goldenen Gargylenmasken sind ein verschlossenes Völkchen! Nach einem kurzen Plausch mit Quarbo, dem Stellvertreter von Äbtissin Hellenrae, stürzten wir in eine karge Steinkammer hinab, von der ein Teil durch Eisenstäbe abgetrennt war. Dann wurde ein Tor in jenem Gitter geöffnet und ein Monster drückte sich zu uns hindurch. Es war eine Mischung aus Totenkäfer und Riesenaffe mit Bronzeklingen an seinen armgleichen Vorderfüßen. Wir hackten es in Stücke.
Die Mönche wollten uns nach dieser Heldentat tatsächlich in ihren obskuren Orden aufnehmen! Angeblich hatte uns „die schwarze Erde zu unseren Füßen“ Kraft im Kampf gegen den Koloss verliehen. Schwarze Erde? Wir wurden sogleich vor die Wahl gestellt, von nun an in nüchterner Keuschheit zu leben oder erbarmungslos als Feinde des Glaubens bekämpft zu werden. Ihr kennt mich und somit wisst ihr, dass unsere Herzenswahl auf Letzteres fiel.
Also eröffnete unser Magier Vrenn das Tänzchen mit einem Feuerball. Quarbo schickte zwei Krieger in Steinpanzer zu uns hinunter.

Es folgte ein magischer Schlagabtausch. Die elfische Schwertkämpferin hielt die steinernen Schergen der Mönche zurück und es dauerte nicht lang, da wurde es wieder still im Kloster. Wie zu erwarten war hatten die Goldfratzen den Kürzeren gezogen.
Wir verschanzten uns unter dem Altarraum, in den uns der Mönch vom Haupteingang geführt hatte, und verschnauften etwas. Über uns wurde keinem bekannten Gott gehuldigt. Hinter dem Altar prangte dieses Symbol:

Enna und Javic kannten es bereits, doch wussten auch nicht so recht für was es stand.
Nach unserer Rast drangen wir in die Stollen jenseits des Monsterkäfigs vor. Offenbar hatten die Mönche – oder ihre Sklaven – die Erde unter dem Kloster in das Abbild eines wurmstichigen Apfels verwandelt.
Wir entdecken ein weiteres Gittertor, das allerdings verschlossen war. Dahinter führten gut erhaltene, aber uralte Steinstufen tiefer in die Dunkelheit hinab. Die Handwerkskunst, mit der die Treppe in den Stein geschlagen worden war, übertraf die Machart der Stollen um ein Weites! Vielleicht zwergisch, aber ich bin auf diesem Gebiet wahrlich kein Fachmann.
Nach geraumer Zeit gelangten wir in eine Kammer in der ein Brunnen pläterscherte, der vermutlich die Wasserquelle des Klosters darstellte. Bewacht wurde der Raum von drei Orogs und einem Oger.

Schnell hatten wir die Grünhäute erschlagen und den Riesen gefällt. Layla, das Mädchen aus den Hügeln, hatte dabei einen unglaublichen Schuss zwischen den Augen ihres Anführers platziert. Ich hatte immer vermutet, dass nur das Volk meiner Mutter zu solch einer Tat fähig wäre. Jedenfalls trugen die mittlerweile toten Tunichtgute doch tatsächlich Ritterrüstungen. Die Rüstungen von Rittern in Silber! Wir befreiten die Harnische, Helme und Panzerhandschuhe von den stinkenden Orogs und schnürten sie zusammen. Keine Grünhaut soll ungestraft das Ansehen von Silbrigmonds Stolz in den Dreck ziehen!

Hinter der Zisterne fanden wir die Zellen, in denen die Gefangenen festgehalten wurden. Am anderen Ende der labyrinthartigen Stollen gruben uns die Männer und Frauen dann einen Weg in die Freiheit!
Selbstverständlich markierte ich den Ort für andere mit unseren Symbolen.
Wir führten sie zur Flusswacht, wo noch immer die Ritter von Samular stationiert waren. Zwei zwergische Glaubensmänner – Rangrim Frostbart und Oskar Eisenhammer – wachten ebenfalls über den Zugang zur „Piratenhöhle“, die sich laut der Männer unter der alten Festung befand. Der Moradinpriester Rangrim pflegte zudem einen Waldgnom namens Podri Silberblick im Nordturm. Podri hatte einen Geist in den Sumberhügeln gesehen und seit der darauf folgenden Nacht nicht mehr gesprochen, jegliche Farbe verloren und sich kaum noch gerührt. Ausserdem lebte ein Mann der sich als Enos Danota ausgab bei den ganzen Rüstungsträgern auf der Feste. Ihn und natürlich die erwähnte Drow, Nhiltaana Arabund, konnte ich schlecht einschätzen. Die Abenteurer scheinen sich schon länger zu kennen, aber keiner festen Gruppierung anzugehören. Vermulich ist auch er Mitglied der Diebesgilde.

Ich werde den Rittern von Samular vorschlagen die befreiten Sklaven der Mönche und den zwergischen Gelehrten nach Rotlärche zu eskortieren, das scheint mir das nächste Dorf oder Fleckchen Zivilisation zu sein. Schiffbauers Berge wäre mit einem Schiff leicht zu erreichen, doch im Hafenbecken der Flusswacht treiben nur zwei kleine Ruderboote. Beliard liegt auf der anderen Seite der Alten Steinbrücke und der Weg mitten durch die Sumberhügel am Westufer des Dessarins entlang wäre einfach zu gefährlich. Mit so vielen Leuten auf der Festung wird uns zudem bald die Verpflegung ausgehen und stromaufwärts, jenseits der Dessarinhügel, liegt nur Yartar.
Noch zögere ich jedoch, was den nächsten Schritt angeht. Sollen wir das Kloster stürmen und den Mönchen ein für allemal das Handwerk legen oder doch persönlich die Gefangenen nach Rotlärche geleiten? Was würde Meister Mondsilber tun?
Ich bin mir sicher, er wäre so oder so frei von Furcht.

Und so lasst es uns ihm gleich tun.

Hochachtungsvoll,
der Schalmei Schatten


Die Prinzen der Apokalypse ist unsere inoffizielle Übersetzung von Princes of the Apocalypse.

Es handelt sich um die Fortsetzung unserer ersten 5E-Kampagne die mit Die verlorene Mine (Lost Mine of Phandelver) begann und uns über die Tyrannei der Drachen zu dieser Storyline geführt hat.

Wer mehr über die Natur unserer Spielberichte erfahren möchte, kann das hier:
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