Spielbericht: Die Prinzen der Apokalypse #9

Der Fluch der Feuerhexe

Das Jahr der Roten Hexe,
Flammleite, 1491 TZ
Westbrücke

netzwerkVerehrte Silberschuppe,

Ich habe beunruhigende Neuigkeiten.

Mit der Säuberung des Klosters, und den Ereignissen in der Flusswacht hat die kleine Gruppe meiner Gefährten bei unseren Widersachern offenbar einen Nerv getroffen. Während wir bisher, von einigen zufälligen Begegnungen einmal abgesehen, die Rolle des Jägers bei unseren Nachforschungen innehatten, kamen wir gestern zu der Ehre einer eigens für uns gestellten Falle.

Enna im Mondgeflüster, Rangrim Frostbart und ich begleiteten unsere Karawane von Schiffsbauers Berge nach Dreieber, um den Gesandten Bruldenthar in Sicherheit zu bringen. Auf dem Rückweg verschlechterte sich das Wetter derart, dass wir gezwungen waren, in Westbrücke Schutz zu suchen.

Im einzigen und übervollen Gasthaus kam uns das Gerücht zu Ohren, dass der Hof der Nesselbienens, einer Sippe von Halblingen die etwa 4 Meilen nordöstlich von Westbrücke Ackerbau und Viezucht betrieb, von einer Feuerhexe heimgesucht werden sollte. Ein kahlgeschorener und in eine einfache Kutte gehüllter Wandermönch, der sich als Bruder Malceer vorstellte, schloss sich uns für einen Kurzbesuch des Gehöfts der Nesselbienens. Obwohl seine Motive unklar blieben und mir Mönche nach den jüngeren Ereignissen ziemlich suspekt, waren seine Ortskenntnis und, wie sich herausstellen sollte, sein Geschick im Kampfe willkommen.

Am Morgen brachen wir auf. Der Regen hatte aufgehört, aber der Pfad zum Hof der Nesselbienens war unbefestigt und trotz der Pferde das Vorankommen in dem Morast mühsam. Bald begann zudem die Sonne unbarmherzig herab zu brennen und die Temperatur stieg zu einer für diese Region völlig untypischen Hitze. Am Abend erreichten wir das Gehöft und wurden von einem Reithund, sowie einem übellaunigen alten Halbling, der sich als Wiggan Nesselbienen herausstellte, begrüßt; von Letzterem sogar mit einer gespannter Armbrust. Der Hof an sich war wenig bemerkenswert, einige Gebäude umgeben von Kornfeldern und Weiden. Dahinter jedoch erhob sich ein von Menschenhand erschaffener Hügel mit verbrannter Kuppe, der unsere Neugier weckte.

Bruder Malceer führte das Wort und bald wurden wir Bertram, Wiggans Sohn und Jason, Wiggans Enkel vorgestellt, mit Letzterem war etwas vernünftiger zu reden. Von ihm erfuhren wir, dass vor rund zwei Zehntagen der alte Grabhügel plötzlich in Flammen stand, und das Vieh der Nesselbienens mit diesem rätselhaften Symbol gebrandmarkt wurde:

Diesem Zeichen war ich bis dahin noch nicht begegnet, ich stellte aber gewisse Ähnlichkeiten mit dem Symbol der Erdkultisten fest (als wilde Vermutung könnte es sich um eine elementare Sigille des Feuers handeln). Jason äußerte auch die Befürchtung, dass die betroffenen Tiere bald von dieser “Feuerhexe” gestohlen wurden.
Die Ausführungen hörten sich aber nach wenig mehr als Aberglauben an und so beschlossen wir, noch diesen Abend den verbrannten Hügel zu untersuchen.

Dieser stellte sich als Hügelgrab der Uthgardt-Barbaren heraus. Der Eingang, der ursprünglich wohl von einem beachtlichen Monolithen verschlossen gehalten wurde, stand offen und führte über einen 50 Fuß langen, abschüssigen Gang in eine Grabkammer hinab. Das Innere war durch Ewige Flammen erhellt. Da die Uthgardt für ihre Furcht vor Magie bekannt waren, erschien uns dies eher merkwürdig. Die Grabkammer enthielt einen steinernen Altar mit Elchverzierungen, in Alkoven fanden sich weitere Darstellungen von Totemtieren: Bären und Säbelzahntigern. Auf dem Altar befanden sich die skelettierten, rußgeschwärzten Überreste eines Menschen, ein Großteil der Knochen lag jedoch im ganzen Raum verstreut.

Wir fingen an die Kammer zu untersuchen, doch schlagartig fiel die Temperatur, die Ewigen Flammen erloschen und die Knochen sammelten sich zu einer untoten Gestalt. Blaues Feuer brannte in den leeren Augenhöhlen und ein Elchgeweih kränte den Kopf des Wiedergängers. Er stellte sich als Javor vor, einen Jünger Uthgars. Glücklicherweise erkannte er, dass wir nicht die Grabschänder waren und wir begannen den Zweck unserer Expedition zu erklären.

Plötzlich jedoch stürzte der Eingang ein! Javor sprang zwischen den herabstürzenden Felsbrocken hindurch, doch uns war der Rückweg abgeschnitten. Wir gerade angefangen uns freizugraben, da erhob sich ein Erdelementar aus dem Geröll und griff an. Obgleich ein formidabler Gegner, hatte er den Hieben und Faustschlägen meiner Gefährten und einiger meiner mächtigeren Zauber wenig entgegenzusetzen.

Wir gruben uns einen Weg zurück an die Oberfläche und standen erneut Javor gegenüber, der nun aber eine kleine Horde aus in Felle gehüllten und mit kruden Waffen gerüsteten Barbaren um sich geschart hatte. Sie schienen kein Interesse an uns zu haben, bereiteten aber einen Angriff auf die Nesselbienens vor, die sie der Grabschändung beschuldigten. Leider ließen sich die Wilden nicht zur Vernunft bringen, und unsere Angebote, die Angelegenheit aufzuklären, stießen auf taube Ohren. Als sich die Horde dann in Richtung des Hofes in Bewegung setzte, trafen wir die Entscheidung sie mit Gewalt aufzuhalten.

Ein fürchterliches Gemetzel nahm seinen Anfang und bald, durch einen Feuerball und die mächtigen Hiebe meiner Kameraden dezimiert, standen nur noch die stärksten der Barbarenkrieger. Diese jedoch erwiesen sich als überaus zähe und starke Widersacher und besonders der untote Javor steckte unnatürlich viele Schläge ein, bevor er endlich zu Boden ging.

Nach diesen Ereignissen gewährten uns die Nesselbienens ein Nachtlager auf dem Dachboden ihres Heuschobers. Doch in Mitten der bitter nötigen Rast stellte sich auch dies als Falle heraus. Eine ätherische schwarze Keule, nur schwach sichtbar und frei im Raum schwebend, schlug auf uns ein. Noch dazu schien diese weder durch Schwert noch Zauber angreifbar; erst beim späteren Grübeln darüber fielen mir dann Berichte über einen ähnlichen Trick eines Priesters ein. In der Tat bemerkten wir in der, nur mehr einen Spalt geöffneten, Tür zwei kleine Gestalten in schwarzen Kutten, die uns mit Magie zusetzten. Bruder Malceer zog einen von ihnen, aus dem Nichts beschwor er eine mächtige Welle Wasser herauf und fällte den zu ihm gespühlten Halbling mit einem wahren Hagel von Schlägen. Nach einem ungeordneten Rückzug durch die Dachluke auf den darunterliegenden Hof, entschlossen wir uns doch zum weiteren Angriff. Der verbliebene Angreifer, Wiggan, wie sich später herausstellte, war jedoch verschwunden.

Beim Durchsuchen des toten Halblings stellten wir fest, dass es sich um Bertram gehandelt hatte, und dass er ein Amulett mit dem Symbol des Erdkultes trug. Der Rest der Nesselbienens, die vom Kampfeslärm aufgescheucht in ihren Nachtgewändern umherirrten, schienen jedoch nichts mit der Schwarzen Erde und dem hinterhältigen Angriff auf uns zu tun zu haben.

Jason, der zunächst über den Tod seines Vaters und die Verschwörung, die hier im Gange war verständlicherweise bestürzt war, kooperierte mit uns und führte uns in Wiggans Arbeitszimmer. Dort fanden wir eine Fülle von belastenden Dokumenten, die zweifelsfrei belegten, dass die beiden älteren Halblinge der Sippe mit den Erdkultisten im Bunde standen und die ganze Situation auf dem Hof als Falle für uns gedacht war. Die genauere Untersuchung der Dokumente wird hoffentlich weitere Erkenntnisse bringen. Ich werde bei nächster Gelegenheit eine Zusammenfassung für Euch anfertigen.

Wiggan selbst ist vorerst entkommen, wahrscheinlich auf einem der Reittiere mit vier Pfoten. Morgen wollen wir seine Verfolgung aufnehmen. Allerdings schätze ich unsere Chancen als nicht sehr hoch ein, da uns ein erfahrener Fährtenleser fehlt.

Hochachtungsvoll,
Wolf V


Die Prinzen der Apokalypse ist unsere inoffizielle Übersetzung von Princes of the Apocalypse.

Es handelt sich um die Fortsetzung unserer ersten 5E-Kampagne die mit Die verlorene Mine (Lost Mine of Phandelver) begann und uns über die Tyrannei der Drachen zu dieser Storyline geführt hat.

Wer mehr über die Natur unserer Spielberichte erfahren möchte, kann das hier:
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