Projekt Avalon: Der Westen

Die westliche Halbinsel Avalons wurde erst unter der Herrschaft der Drachenkönige als Lampur, als das Flusskönigreich bekannt. Und dieses Lampur ist der jüngste Verlust des zerfallenen Großreiches, sowie der des ehemals engsten Verbündeten Eralions.

Es sind staubige Hügel hinter Steilklippen und die Ausläufer des Ertrunkenen Waldes, die Lampur von den Westmarken des Letzten Königreichs abgrenzen. Avalons mächtigster Fluss, der Yakuman, entspringt eben jenem Sumpfland, wird von zahlreichen Rinnsalen und Wasserfällen aus riesigen Bergseen in erloschenen Vulkankesseln verstärkt und durchfließt nahezu ganz Lampur der Länge nach. Seine zahllosen Seitenarme vereinen sich in der Regenzeit, um auch das überwucherte Land des Flusskönigreichs dem ständig wachsenden Ertrunkenen Wald anzuschließen.

Keine Dekade nach dem, durch den alten avalonischen Adel politisch erzwungenen, Abdanken von Drachenkönig Eadric Cheoziarel, wurde die gesamte königliche Familie zu Lampur in ihrem eigenen Palast von kaltblütigen Meuchelmördern abgeschlachtet. Der Ort südlich des Yakuman gilt deshalb noch heute als verflucht und die zunehmend verfallende Festungsanlage wurde zu einer weiteren Ruine im Regenwald.

Heute herrscht wieder der alte Adel über die westliche Halbinsel, wie er es bereits vor der Eroberung durch das berüchtigte Imperium Drakanum schon getan hatte. Jedoch scheint nach dem Tod der Königsfamilie jeder noch so kleine Nebenlauf des mächtigen Yakuman ein uraltes, vergessenes Adelsgeschlecht aus dem Dschungel zurückgebracht zu haben, welche das Land mittlerweile wie hungrige Raptoren zerrissen haben.

Der Name Lampur, für ein geeintes Reich, mag beibehalten worden sein, doch das Bündnis zwischen den zahlreichen Familienoberhäuptern beruht einzig und allein auf wirtschaftlichen Interessen. Und so wie die Wasserströme im Schatten des Waldes bei plötzlichen Hindernissen ihren Lauf ändern, tauschen die Adelshäuser ihre Allianzen aus, wenn sich dadurch ein Geschäft ergibt.

Die Siedlungen an den Küsten Lampurs sind demnach nicht viel mehr als eigenständige Stadtstaaten, die vorrangig dem Handel vorbehalten sind; vermeintlich sichere Inseln zwischen zwei unberechenbaren Meeren: dem blauen des Ozeans und dem grünen des Dschungels.

Die Herrscher der südlichen Alten Welt hatten durch die ersten Entdecker und Seefahrer, die sich über den Weißen Ozean gewagt hatten, bereits sehr früh einen starken Einfluss auf die westliche Halbinsel Avalons. Gemeinsam mit den menschlichen Völkern des Inselreichs im Nebel, sowie den friedfertigen Bewohnern der Regenwälder, erbauten sie die zahlreichen Städte an der Süd- und Nordküste Lampurs und versäumten dabei nie die guten Handelsbeziehungen zu ihrer fernen Heimat aufrechtzuerhalten.

Entlang der Schiffswege etablierte sich unter anderem die Piraterie als lukratives Betätigungsfeld auf dem verstreuten Archipel der Regeninseln, wo vorwiegend Korallenelfen, Feengeister und Sturmriesen lebten. Lang agierten die Seeräuber und Schmuggler aus geheimen Buchten und Grotten heraus, bis ihre Position stark genug wurde ihre berüchtigte Hauptstadt Freihafen zu errichten. Die Gesetzlosen profitierten dabei ungemein von der Rivalität der nördlichen und südlichen Reiche, was sie häufig zu Freibeutern adelte und ihnen einen gewissen Schutz einräumte. Es entstand ein verruchter Ort den selbst das mächtige Imperium Drakanum nicht dauerhaft in die Knie zwingen konnte.

Mittlerweile hat der Dschungel die meisten Städte an der Südküste Lampurs wieder verschluckt, während Morr Thuris die ehemaligen Metropolen an der Nordküste jeglicher wahren Autorität beraubt.

Insbesondere die Fauna der Regenwälder, des Yakuman und der Küsten werden von urzeitlichen Donnerechsen dominiert. Doch auch die Flora bringt nach wie vor gigantische Exemplare hervor, wie sie sonst nur noch im verwunschenen Shalunha der Hauptinsel zu finden sind; Gewächse die es noch vermögen die riesigen Pflanzenfresser der Megafauna zu sättigen, ohne dabei vollständig vertilgt zu werden. Die Regenwälder werden bereits seit Jahrtausenden von grünen Drachen und ihren „Donnerechsen“, wie sie die Waldgnome nennen, beherrscht.

Der Orden der Gefiederten Schlange ist sich einig, dass diese Tatsachen auf mächtige Chronomantie zurückzuführen sind, worin sich die Arkanisten nicht eins, wer oder was die Zeit auf der westlichen Halbinsel gestört oder durcheinander gebracht hat.

Die meisten Ordensmitglieder verdächtigen jedoch die Walddrachen, deren Blutlinie später die westliche Halbinsel während der Herrschaft des berüchtigten Imperium Drakanum am längsten verwaltete.

Tränenburg

Kaum ein Ort an der Küste Lampurs versinnbildlicht den Wandel des Flusskönigreichs besser als die Tränenburg. Sie wurde vor Jahrhunderten zum Schutz des Grenzlandes zwischen Lampur und Eralion erbaut, schützt mittlerweile aber nur noch einen unabhängigen Handelsposten. Einst behüteten die Ritter der Drachenkönige von hier aus die Region; heute beschützt die Festung ein paar Händler vor den zahlreichen Gefahren eben jener Wildnis. Von ihren sechseckigen Wachtürmen können sowohl das Archipel der Tränen Tarans, der Dschungel, die Hügel und ein Teil der Marschen, beobachtet werden. So schaffen es die Kaufleute meistens rechtzeitig von der Anlegestelle hinter die dicken Burgmauern, wenn ein Monster seinen Weg aus dem Regenwald oder den Meerestiefen an die Küste und in die kleine Siedlung findet.

Wenn Reisende von Tränenburg sprechen, verzichten sie auf den bestimmten Artikel und beziehen sich meistens nur noch auf den Ort, der um die eigentliche Burg gewachsen ist. Der Handelsposten ist die einzige zivilisierte Anlegestelle zwischen Eralion und Lampur, sowie eine bequeme Möglichkeit Vorräte wieder aufzufüllen und etwas Zerstreuung zu finden; wenn man es sich zutraut den Dschungel oder die Felsenriffe zwischen den Tränen Tarans zu durchqueren.

Unterhalb des sandigen Hügels, auf dem sich die Tränenburg aus dem hellen Sandstein der Klippen erhebt, steht eine Handvoll alter Steingebäude gegen die sich ein gutes Dutzend windschiefer Häuser aus Treibholz lehnen.

Der beliebteste Treffpunkt unter Einheimischen und Durchreisenden ist mit Gewissheit die berüchtigte Taverne Zum Roten Hund, die man selbst in den Städten Schattenwasser und Luminshafen kennt. Darüber hinaus hat der Handelsposten nicht viel zu bieten, nur in der Burg finden sich immerhin eine Apotheke, sowie eine Wechselstube. Ausserdem gibt es dort auch einen alten Schrein des Bahamut, doch der Raum wird von einem Antiquariat nur noch als Warenlager verwendet. Ansonsten gibt es kein Gotteshaus in Tränenburg.

In den heruntergekommenen Gebäuden vor den Burgmauern gehen Bäcker, Schlachter, Schmied und Schiffsbaumeister ihrem Handwerk nach.


Mehr über Projekt Avalon:

Die Kontinente
Das Inselreich
Die Götter
Die Völker
Das Königreich 
Die Zeit
Die Taverne
Der Westen (dieser Beitrag)

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Projekt Avalon: Der Westen

Projekt Avalon: Die Taverne

Unweit des Ankerpunkts in Feuerberg stiegen die flüchtigen Häftlinge uralte, ausgetretene Stufen in den kalten, windigen Steilklippen hinab in die Unterstadt von Morr Thuris.

Arvid führte Xalerian, Emilia, Aramon und Marf geradewegs auf die ächzenden Stege von Frosthafen, vorbei an unzähligen Lagerhäusern und in die berüchtigte Taverne Zum Blauen Troll.

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Projekt Avalon: Die Taverne

Projekt Avalon: Die Zeit

Die Monate werden auf Avalon anhand der blauen Vollmonde Lumaenors gezählt, wobei jeweils die erste Nacht im neuen Monat von insgesamt drei vollen Monden erleuchtet wird: jenem Blauen, sowie von einem Grünen und einem Roten.

In der fünfzehnten Nacht des Monats weicht das blaue Licht Lumaenors einem schwarzen Mond Shaeznars, das erst wieder in der siebzehnten Nacht zu wachsen beginnt.

Ein avalonischer Monat sieht drei rote Vollmonde Tarans und man könnte gar behaupten, das einzig verlässliche an ihm ist seine Unbeständigkeit.

Natürlich bedeutet das aber auch drei weitere schwarze Monde in nur einem einzigen Monat.

Mit dem grünen Mond Nymias ist es nicht ganz so einfach.

Jeder Monat sieht zwei volle Monde der geheimnisvollen Göttin. Einen in der ersten Nacht und den Zweiten in der Sechzehnten. Dazu kommen auch von Nymia zwei schwarze Monde.

Zwischen ihrem ersten Vollmond am Monatsanfang und ihrem ersten schwarzen Mond liegen sieben Nächte, während vor ihrem zweiten Vollmond nur sechs Nächte liegen und danach ebensoviele zum nächsten schwarzen Mond folgen.

Anschließend braucht der grüne Mond wieder sieben Nächte um in seiner vollen Pracht zu erstrahlen.

Man könnte meinen Nymia verliere zunächst langsam den Glauben an die Mächte des Lichts, um später im Monat diesen ebenso langsam wieder zurück zu gewinnen.

Es sind jedoch jene Nächte des schwarzen Mondes, die der Shaeznar, in denen schreckliche Dinge auf Avalon geschehen.

Die Leute im Nebel fürchten jede einzelne von ihnen, ganz egal ob sie abergläubisch sind oder nicht.

– Tilmaer Lumin

Die avalonische Woche besitzt 5 Tage:
Sol, Lum, Nym, Tar und Sha.

Der avalonische Monat besitzt 6 Wochen.

Das avalonische Jahr besitzt 12 Monate.

Die Menschen im Nebel schreiben das Jahr 1504 n. B.
(nach Bahamuts Erscheinen auf Avalon).


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Das Inselreich
Die Götter
Die Völker
Das Königreich
Die Zeit (dieser Beitrag)
Die Taverne
Der Westen

Projekt Avalon: Die Zeit

Projekt Avalon: Das Königreich

Wir schreiben das Jahr 1504 nach Bahamuts Erscheinen auf Avalon und Eralion ist das letzte Reich der Drachenkönige, deren mächtige Blutlinien durch uns Menschen noch immer fortleben.

– Tilmaer Lumin

Eralion ist also das letzte Reich der Drachenkönige. Die vier anderen – Isgard, Fiirlann, Marisa und Lampur – sind bereits wieder in kleinere Fürstentümer, Grafschaften und Stadtstaaten zerfallen. Das Letzte Königreich erstreckt sich nahezu über die gesamte Hauptinsel Avalons, denn nur das Land im Schatten des uralten Waldes Shalunha liegt ausserhalb seiner Grenzen.

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Projekt Avalon: Das Königreich

Strongholds & Followers

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Matt Colvilles Rekord-Kickstarter Strongholds & Streaming ist in aller Munde. So findet man nicht nur auf Tribality und Bell of Lost Souls mehr über das Projekt. Allerdings halte ich die eigentliche Kickstarter-Seite dennoch für die beste Informationsquelle, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Videos von Matt sind einfach auch hier sehenswert und interessant.

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Strongholds & Followers

Projekt Avalon: Die Völker

Auf Avalon finden sich alle Spielervölker, wie sie im Player’s Handbook beschrieben sind. Allerdings handelt sich bei diesen nicht durchgängig um die vorherrschenden Unterarten. Steppenelfen sind beispielsweise mittlerweile weitaus häufiger anzutreffen als Waldelfen (Wood Elves), von welchen sie ursprünglich abstammen.

So verschieden die Völker Yserions auch sein mochten, sie alle haben doch eines gemeinsam. Unsere Ahnen waren Jahrhunderte von den Riesen versklavt und in die Knechtschaft gezwungen worden. Und die Freiheit hatte letztendlich von allen einen hohen, ja, einen sehr hohen Preis gefordert.

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Projekt Avalon: Die Völker

Projekt Avalon: Die Götter

Am Anfang war da nichts als namenlose Dunkelheit. Die vier Elemente befanden sich in völligem Einklang, doch sie waren leblos; wie tot. Plötzlich entflammte die Sonne der Solani und mit ihr entbrannte der ewige Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht, dem Leben und dem Tode. Jenes Sonnenlicht enthüllte jedoch auch drei weitere Himmelskörper. Zuerst erstrahlte der blaue Mond Lumaenors, dann der grüne Mond Nymias und anschließend der rote Mond Tarans. Drei Mächte die dazu verdammt waren für immer zwischen den beiden Gegensätzen des Guten und des Bösen gefangen zu sein. Später kamen auch noch unzählige Sterne hinzu, aber jene vier Gottheiten – Solani, Lumaenor, Nymia und Taran – waren die ersten mit einem Gesicht, das auch die Sterblichen erkennen konnten. Die fünfte Göttin, die namenlose Dunkelheit zwischen der Sonne, den Monden und den Sternen, hatten sie allerdings übersehen. Ein Versäumnis das ihnen niemals verziehen werden sollte. Und so strafte die Dunkelheit, oder Shaeznar wie sie von den Wesen der Nacht genannt wurde, sie letztendlich alle mit dem Tode.

– Tilmaer Lumin

So lautet die weitläufigste Interpretation der Ursprungsgeschichte der avalonischen Götterwelt. Die fünf namentlich erwähnten Gottheiten bilden den Kern des avalonischen Pantheons, das jedoch offen gehalten ist, um auch Gottheiten anderer Kontinente und Welten beinhalten zu können.

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Projekt Avalon: Die Götter